Vor der US-Kongresswahl am Dienstag richtet sich der Blick auf zwei Größen: Dollar und Ölpreis. Für den DAX könnte dabei weniger der Wahlausgang als der Iran-Konflikt den Ausschlag geben.
Der Leitindex dürfte nach der kleinen Korrektur vom Freitag leicht zulegen. Broker taxieren ihn vorbörslich rund 0,2 Prozent höher bei 25.865 Punkten. Am Freitag hatte er 0,85 Prozent tiefer bei 25.818 Punkten geschlossen, nachdem er am Donnerstag erstmals seit Anfang September wieder über 26.100 Punkte geklettert war.
Wahl: Wenig Überraschung eingepreist
Die Wettmärkte sehen einen Durchmarsch der Demokraten als wahrscheinlichsten Ausgang, die Chance lag zuletzt bei rund 70 Prozent. Ein geteilter Kongress kommt auf 27 Prozent, ein republikanischer Durchmarsch auf knapp 7 Prozent.
Weil das weitgehend eingepreist ist, dürfte der Dollar kaum reagieren. Ein festerer Euro würde den DAX allenfalls leicht bremsen, da er Exporte verteuert. Nur die Überraschung brächte Bewegung: Mehr schuldenfinanzierte Ausgaben könnten Renditen und Dollar stützen und damit die Exporteure.
Öl: Der größere Hebel
Brent schloss am Freitag bei 113,43 Dollar, im Oktober legte der Preis um fast 15 Prozent zu. Am Montagmorgen gab er deutlich nach und notierte zuletzt bei knapp 110 Dollar. Hintergrund sind Berichte, Washington habe die Golfstaaten vor möglichen neuen Angriffen auf Iran schon am 4. November gewarnt. Präsident Trump wollte der Diplomatie laut Berichten zugleich mehr Zeit geben.
Ein Abkommen könnte den Ölpreis spürbar drücken. Neue Angriffe würden ihn Richtung Aprilhoch über 126 Dollar treiben, mit entsprechenden Folgen für Energiekosten und Konjunktur.
Tech-Schwäche und China-Daten
Die Wall Street lieferte am Freitag den Rahmen: Der Nasdaq 100 sackte um 3,46 Prozent ab, den größten Tagesverlust seit Anfang Juni. Auslöser waren negative Aussagen von Amazon und Intel, die Sorgen um den KI-Megatrend neu entfachten. Asiens Technologiebörsen schlugen sich am Montag erstaunlich gut.
Belastend wirkt zudem China. Der offizielle Einkaufsmanagerindex fiel im Oktober auf 49,3 Punkte und verfehlte die Erwartungen von 49,9 klar. Das trifft Autobauer und Chemie besonders. Volkswagen lieferte im dritten Quartal in China fast 40 Prozent weniger Fahrzeuge aus, Mercedes-Benz senkte seine Renditeprognose für die Pkw-Sparte.
Marken im Chart
Der DAX liegt gut drei Prozent unter dem Rekord von 26.619 Punkten. Erster Widerstand ist das Freitagshoch bei 26.026 Punkten. Nach unten stützen die 50-Tage-Linie bei 25.579 Punkten und die 100-Tage-Linie bei 25.512 Punkten. Am Dienstag fällt die Wahlentscheidung, am 4. November rückt die mögliche Iran-Eskalation in den Blick.
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