Der DAX startet schwächer in die verkürzte Handelswoche. Rund 22.160 Punkte werden zum Xetra-Auftakt erwartet – und damit rückt die psychologisch wichtige Marke von 22.000 Punkten erneut ins Blickfeld. Fällt der Index unter 21.863 Punkte, wäre das der tiefste Stand seit dem Zollschock im April 2025.
Seit dem Zwischenhoch Ende Februar hat der DAX bereits rund 13 Prozent verloren. Im bisherigen Jahresverlauf 2026 summiert sich das Minus auf etwa neun Prozent – rund 3.000 Punkte, die der Krieg im Nahen Osten dem deutschen Leitindex gekostet hat.
Öl als eigentlicher Taktgeber
Der Treiber hinter dem anhaltenden Druck ist kein Konjunktureinbruch, sondern ein fast vergessen geglaubtes Phänomen: explodierende Energiepreise. Brent-Öl stieg in der Nacht auf Montag um bis zu vier Prozent auf fast 117 Dollar je Barrel – nahe dem Dreiwochenhoch von 119,50 Dollar.
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Solange die Straße von Hormus umkämpft bleibt, bleibt der Ölpreis das dominierende Thema. Trump räumt dem Iran Zeit bis zum 6. April ein, um die für den globalen Energiehandel entscheidende Meerenge freizugeben – wobei Teheran Verhandlungen zuletzt wiederholt dementierte, während Washington von „sehr guten“ Gesprächen sprach. Ein Widerspruch, der Anleger nervös hält. Das Vertrauen in verbale Beruhigungsversuche ist längst aufgebraucht.
Die Folgen sind breit: Hohe Energiepreise treiben die Inflation, bremsen das Wachstum – und lassen die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen schwinden. In Europa sind die Anleiherenditen inzwischen über die Hochs von 2023 gestiegen, was den fiskalischen Spielraum der Regierungen zusätzlich einengt. Europa bekommt den Energieschock doppelt – über Importkosten und über steigende Finanzierungskosten.
Deutsche Konzerne im Zangengriff
Erschwerend kommt hinzu, dass deutsche Unternehmen strukturell wenig Ausweichmöglichkeiten haben. Autobauer und Maschinenbauer sind tief vom China-Geschäft abhängig, Chemie- und Pharmakonzerne stark auf die USA ausgerichtet. BMW etwa erzielt mehr Umsatz in China als in den Vereinigten Staaten und bezieht gleichzeitig Batteriezellen im Wert von über 1,4 Milliarden Euro vom chinesischen Lieferanten CATL. Siemens generiert 24 Prozent seines Umsatzes in den USA, 12 Prozent in China – mit Lieferketten, die tief in beide Märkte verwurzelt sind.
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Ein einfaches Entkoppeln ist für diese Konzerne schlicht nicht möglich, ohne massive wirtschaftliche Einbußen zu riskieren. Genau das macht die bevorstehende Berichtssaison zum echten Stimmungstest: Wie stark schlägt der Kostendruck bereits auf die Zahlen durch – und welche Ausblicke wagen die Vorstände überhaupt noch?
Erste Hinweise könnten schon in dieser Woche kommen. Vorläufige Inflationsdaten aus Deutschland und der Eurozone stehen am Montag und Dienstag an. Für das zweite Quartal rechnen einige Strategen erstmals seit 2023 wieder mit einer Inflation über drei Prozent. Der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag könnte zusätzlich Sprengkraft entfalten – er entscheidet mit darüber, ob die Märkte bereits eine Wachstumsabkühlung einpreisen müssen.
Trumps Ultimatum läuft passenderweise am Ostermontag ab – einem handelsfreien Tag in Deutschland. Bis dahin dürfte die Karwoche vor allem eines sein: nervenaufreibend.
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