DAX, Lanxess & Oracle: Wenn eine schwache Woche im Minus endet – und Stellenabbau zur KI-Strategie wird

Der DAX erlebt eine der schwächsten Wochen seit April 2025. Hohe Ölpreise und der Iran-Konflikt belasten Märkte, während Lanxess nach gescheitertem Deal abstürzt und Oracle Stellen für KI-Investitionen abbaut.

DAX, Lanxess & Oracle: Wenn eine schwache Woche im Minus endet – und Stellenabbau zur KI-Strategie wird
Kurz & knapp:
  • DAX verliert über fünf Prozent in einer Woche
  • Lanxess-Aktie bricht nach gescheitertem Verkauf ein
  • Oracle plant Stellenabbau für KI-Offensive
  • Rüstungswerte profitieren von geopolitischen Spannungen

Rüstungsaktien als Lichtblick: Wenn Geopolitik zum Kurstreiber wird

Inmitten des Ausverkaufs gab es auch Gewinner: Rheinmetall legte am Freitag knapp 3 Prozent zu und führte damit die DAX-Gewinnerliste an. Im MDAX sprangen die Aktien des Panzergetriebe-Herstellers RENK um gut 7 Prozent nach oben. Auch die Papiere von TKMS und Hensoldt waren gefragt. Die Botschaft ist klar: Je länger der Iran-Konflikt andauert und je stärker die geopolitischen Spannungen werden, desto attraktiver erscheinen Rüstungswerte.

Für Anleger, die nach Stabilität in unsicheren Zeiten suchen, könnte das eine Option sein. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass Rüstungsaktien oft stark schwanken und von politischen Entscheidungen abhängen. Wer hier investiert, sollte einen langen Atem haben – und die ethische Dimension nicht ausblenden.

Lufthansa profitiert vom Golf-Chaos: Wenn Drehkreuze stillstehen und Direktflüge boomen

Während die meisten Unternehmen unter dem Iran-Krieg leiden, sieht die Lufthansa zumindest kurzfristig auch Chancen. Die Drehkreuze der Golf-Airlines Emirates und Qatar Airways stehen weitgehend still – und deutsche Passagiere buchen verstärkt Direktflüge nach Asien. Die Vorbuchungen für Direktverbindungen in Richtung Asien liegen laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr derzeit 75 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die Lufthansa plant, in den kommenden Tagen zusätzliche Flüge nach Bangkok, Singapur, Kapstadt, Shanghai und Delhi anzubieten. Auch bei der Luftfracht gibt es eine Sondernachfrage. Allerdings müssen sich Kunden auf höhere Ticketpreise einstellen – das verknappte Angebot und die notwendigen Umfliegungen gesperrter Lufträume treiben die Kosten. Ob dieser Effekt langfristig anhält, bleibt abzuwarten. Spohr selbst ist skeptisch: „Es gibt Menschen, die schnell vergessen und das günstigste Ticket wieder kaufen.“

Ausblick: Wenn die Straße von Hormus zur Schicksalsfrage wird

Die kommende Woche dürfte weiter volatil bleiben. Solange der Iran-Konflikt andauert und die Straße von Hormus blockiert bleibt, werden die Ölpreise hoch bleiben – und mit ihnen die Inflationssorgen. Anleger sollten die Entwicklung im Nahen Osten genau verfolgen. Experten wie Robert Greil von der Privatbank Merck Finck gehen in ihrem Basisszenario von einem eher kurzen, höchstens dreimonatigen Krieg aus. Sollte sich diese Einschätzung bewahrheiten, könnten die Märkte schnell wieder Boden gutmachen.

Auf der Unternehmensseite stehen wichtige Zahlen an: Am Dienstag berichtet Volkswagen, am Mittwoch folgen Henkel, Rheinmetall und Porsche. Am Donnerstag legen RWE, BMW, Zalando, Hannover Rück und Daimler Truck ihre Bilanzen vor. Aus den USA kommen am Mittwoch Inflationsdaten für Februar – ein wichtiger Gradmesser für die weitere Zinspolitik der Fed.

Eines ist klar: Die Märkte bleiben nervös. Wer jetzt investiert, braucht starke Nerven – und sollte sich auf weitere Schwankungen einstellen.

Ich wünsche Ihnen ein ruhiges Wochenende und hoffe, dass die kommende Woche mehr Klarheit bringt.

Herzliche Grüße
Andreas Sommer

Über Andreas Sommer 1994 Artikel

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Als Finanzanalyst und Börsenjournalist beschäftige ich mich seit über vier Jahrzehnten intensiv mit den Finanzmärkten. Meine Spezialisierung liegt auf der Analyse wachstumsstarker Aktien und der Entwicklung von Anlagestrategien, die fundamentale Bewertung mit technischer Analyse kombinieren.

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