Der deutsche Leitindex tritt am Dienstag den Rückzug fort. Nach einem Minus von 0,5 Prozent am Montag auf 25.440,81 Punkte deuten vorbörsliche Indikationen auf einen weiteren leicht schwächeren Start hin, der Broker IG taxierte den DAX gut zwei Stunden vor Handelsstart rund 0,2 Prozent tiefer auf 25.395 Punkte. Damit bewegt sich der Index auf dem niedrigsten Niveau seit Ende Juli.

Zwei Belastungsfaktoren dominieren das Bild. Die Sorge, dass sich das Tempo der KI-Entwicklung verlangsamen könnte, hat sich seit dem jüngsten Ausverkauf festgesetzt — eine Erholung der Halbleiter- und Technologiewerte blieb auch in Asien aus. Parallel dazu bleibt der Ölpreis hoch: Nach dem Vorrücken der Huthi-Miliz im Jemen rückt sogar die Marke von 110 US-Dollar pro Barrel ins Blickfeld, wie ein Commerzbank-Devisenexperte am Morgen anmerkte.

Charttechnik wird zum Nervenkiller

Besonders brisant ist die Lage im Future-Handel. Der Kontrakt notiert nahe 25.589 Punkten und damit nur knapp über einer wichtigen Unterstützung bei 25.577 Zählern. Rutscht der Future nachhaltig darunter, dürfte auch im Kassa-Markt der Blick auf die 100-Tage-Linie bei 25.230 Punkten fallen — und darunter direkt auf die psychologisch bedeutsame 25.000er-Marke.

Zur Nervosität trägt zusätzlich der Blick auf Mittwoch bei. Dann entscheidet die US-Notenbank Fed über die Zinsen, eine Anhebung gilt als so gut wie ausgemacht. Anleger richten ihr Augenmerk vor allem auf mögliche Signale von Notenbankpräsident Kevin Warsh zum weiteren geldpolitischen Kurs — Aussagen, die über die kurzfristige Zinsentscheidung hinaus Richtung geben könnten.

Wie weit der Index vom jüngsten Höhenflug entfernt ist, zeigt ein Blick zurück: Am 28. August hatte der DAX auf Intraday-Basis noch bei 26.618,74 Punkten sein Allzeithoch markiert. Seither hat der Index einen spürbaren Teil dieser Gewinne wieder abgegeben — die Kombination aus KI-Skepsis, hohem Ölpreis und Zinsunsicherheit lastet spürbar auf der Stimmung.