Der deutsche Leitindex kommt nicht vom Fleck. Zum Handelsstart verlor der DAX 0,2 Prozent auf rund 25.950 Punkte und rutschte damit erneut unter die runde 26.000-Punkte-Marke. Schuld daran ist ein alter Bekannter: der Ölpreis.
Die Nordseesorte Brent nähert sich der 100-Dollar-Schwelle an, befeuert durch neue Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Nach US-Angriffen auf iranische Öltanker am Wochenende drohte Teheran mit „wirtschaftlicher Kriegsführung“ — der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die täglich rund zehn Millionen Barrel Öl transportiert werden, hat sich bereits verlangsamt.
Anleger bleiben trotz hoher Ölpreise gelassen
Noch zeigt sich der Aktienmarkt unbeeindruckt. Analyst Thomas Altmann von QC Partners bringt es auf den Punkt: Aktuell überwiege die Hoffnung auf eine kurze Eskalationswelle und einen anschließend schnellen Rückgang der Preise. Hält der Ölpreis jedoch länger das hohe Niveau oder steigt weiter, dürften nach Altmanns Einschätzung auch die Aktienmärkte die Belastung nicht mehr ignorieren können.
Bei den Einzelwerten sorgten vor allem Analystenkommentare für Bewegung. Infineon-Aktien gaben nach einer Abstufung durch Morgan Stanley um 2,7 Prozent nach, die Experten sehen kaum noch Auftrieb für die Markterwartungen des Chip-Herstellers.
Deutlich besser lief es für Kion und DWS: Eine Kaufempfehlung der Citigroup trieb Kion um 4,6 Prozent nach oben und machte den Titel zum größten MDax-Gewinner, während ein Kaufvotum von Jefferies die DWS-Aktie um 2,3 Prozent verteuerte. Der Vermögensverwalter hat seit Jahresbeginn bereits gut 37 Prozent zugelegt.
EZB-Sitzung rückt in den Fokus
Zusätzliche Zurückhaltung sorgt der bevorstehende Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Eine Anhebung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent gilt am Markt weitgehend als eingepreist, Anleger richten den Blick eher auf mögliche Signale zur weiteren Geldpolitik.
Konjunkturseitig kam aus Deutschland ein gemischtes Bild: Die Handelsbilanz stieg auf 21,3 Milliarden Euro und übertraf die Erwartungen deutlich, während die Exporte um 0,8 Prozent einbrachen statt wie erwartet zu wachsen.
Aus technischer Sicht wird für den DAX eine Handelsspanne zwischen 25.800 und 26.050 Punkten für möglich gehalten. Erst am 28. August hatte der Index bei 26.618,74 Punkten ein neues Allzeithoch markiert — von dieser Bestmarke ist der Markt aktuell rund 700 Punkte entfernt.
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