Der Nahost-Konflikt lässt die Börsen nicht los. Der DAX dürfte am Mittwoch seine Korrektur vom Rekordhoch der vergangenen Woche fortsetzen und dabei eine wichtige Marke reißen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex rund zweieinhalb Stunden vor Handelsstart bei etwa 25.790 Punkten, gut 0,7 Prozent unter dem Vortagesniveau.
Damit würde der Index unter das Juli-Zwischenhoch bei 25.900 Punkten zurückfallen — genau jenes Niveau, von dem aus der jüngste Aufschwung gestartet war. Als nächste Unterstützung rückt die 50-Tage-Linie bei aktuell 25.625 Punkten in Sichtweite. Erst am Vortag war der Index bereits unter die 21-Tage-Linie bei 26.243 Zählern gerutscht, nachdem er vergangenen Freitag noch ein Allzeithoch von 26.618,74 Punkten markiert hatte.
Öl und Zinsen als Doppelbelastung
Auslöser der Talfahrt ist der anhaltende Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran. Neue Angriffe auf beiden Seiten heizen die Sorge vor einer weiteren Eskalation an und treiben den Ölpreis nach oben. Brent kostet aktuell mehr als 95 US-Dollar je Barrel — der höchste Stand seit Mitte Juni.
Ein teurer Ölpreis nährt Inflationssorgen, und die wiederum befeuern Zinserwartungen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte zeitweise auf 4,81 Prozent, den höchsten Stand seit November 2023. Entsprechend schwach fiel bereits die Wall Street aus: Dow Jones, S&P 500 und der besonders zinssensible Nasdaq 100 gaben allesamt nach.
Asien tief im Minus
Die Schwäche setzt sich in Asien fort, wo Technologiewerte besonders unter Druck geraten. Der japanische Nikkei 225 verliert im späten Handel knapp drei Prozent, der südkoreanische Kospi büßt sogar dreieinhalb Prozent ein. Auch chinesische und Hongkonger Aktien geben deutlich nach. Wachstumswerte gelten als besonders anfällig für steigende Ölpreise, da diese über die Zinsschiene die Bewertungen belasten.
Auf Unternehmensseite richtet sich der Blick am Abend auf die US-Techbranche: Broadcom legt Zahlen vor, Analysten erwarten einen Gewinn von 3,21 Dollar je Aktie bei rund 29,25 Milliarden Dollar Umsatz. Der Ausblick auf das KI-Geschäft dürfte dabei stärker wiegen als die reinen Kennzahlen — ein möglicher Stimmungstest, der auch auf den DAX ausstrahlen könnte, sollte die Reaktion an der Wall Street deutlich ausfallen.
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