Der DAX startet ruhig in die neue Woche, doch unter der Oberfläche bleibt der Druck spürbar. Steigende Ölpreise und hohe Anleiherenditen haben den Index seit dem Rekord Ende August spürbar von seinen Höhen geholt. Eine schwache Arbeitsmarktstatistik aus den USA sorgte zuletzt für Entlastung.

Erholung nach dem Tief

Rund zwei Stunden vor Xetra-Beginn taxierte der Broker IG den Leitindex leicht im Minus bei 25.210 Punkten. Die runde Marke von 25.000 Zählern bleibt damit in Reichweite. Das Rekordhoch von 26.618 Punkten liegt dagegen gut 1.400 Punkte entfernt.

Am Donnerstag war der DAX zeitweise bis auf 24.831 Punkte gefallen, den tiefsten Stand seit Ende Juli. Am Freitag folgte die Erholung: Der Index schloss 1,2 Prozent höher bei 25.231 Punkten. Auf Wochensicht blieb ein Minus von 0,7 Prozent.

Auslöser war der US-Arbeitsmarktbericht. Im September entstanden nur 29.000 neue Stellen, erwartet worden waren 90.000. Das dämpfte die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sieht darin die Bestätigung, dass die Fed die Zinsen nur moderat anhebt.

Infineon führte die Gewinnerliste mit einem Plus von 8,8 Prozent an. Qiagen, Hochtief, Airbus und Siemens Energy folgten. Daimler Truck bildete mit einem Minus von 2,0 Prozent das Schlusslicht, auch SAP und Bayer gaben mindestens ein Prozent nach.

Öl und Anleihen als Risikofaktoren

Das Wochenende brachte neue Unruhe am Ölmarkt. Die jemenitischen Huthi erklärten, eine Anlage von Saudi Aramco in Riad mit Raketen und Drohnen angegriffen zu haben. Die saudisch geführte Koalition nannte die Angaben irreführend, Schäden bestätigte Riad nicht. Brent stieg am Sonntagabend zunächst auf rund 103 Dollar, notierte am Montagmorgen aber wieder bei etwa 101 Dollar.

Die Anleihemärkte bleiben ein Belastungsfaktor. Timo Emden von CapTrader rechnet damit, dass sie diesseits und jenseits des Atlantiks weiter für Kopfzerbrechen sorgen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag am Freitag bei 5,28 Prozent.

Rückenwind kommt von der Wall Street, wo die Technologieindizes am Freitag Rekordstände erreichten. In Asien folgte der Nikkei mit einem Plus von 2,5 Prozent, getragen von Chipwerten. Die Futures auf den DAX lagen im frühen Handel bei rund 25.411 Punkten.

Termine des Tages

Um 16:00 Uhr steht der ISM-Index für den US-Dienstleistungssektor an. Der Konsens liegt bei 55,2 Punkten nach 55,4 im August. In der Eurozone folgen die Einkaufsmanagerindizes der Dienstleister, das Sentix-Investorenvertrauen und die Erzeugerpreise.

Auf Unternehmensseite lädt die Deutsche Telekom ab 12:00 Uhr zum KI-Investorentag nach Bonn, Air Liquide hält einen Kapitalmarkttag ab. Hält der DAX die Marke von 25.000 Punkten, bleibt das Tief vom Donnerstag bei 24.831 Zählern der nächste Orientierungspunkt nach unten.