Die 100-Tage-Linie ist wieder in Reichweite – nur diesmal von oben nach unten. Der DAX steuert am Donnerstag auf einen erneuten Test dieser Marke bei rund 25.319 Punkten zu, nachdem der Index bereits am Vortag um 0,7 Prozent auf 25.411 Punkte nachgegeben hatte. Vor Handelsstart taxierte der Broker IG den Leitindex weitere 0,3 Prozent tiefer auf etwa 25.330 Punkte.
Der eigentliche Unruheherd liegt nicht in Frankfurt, sondern am Ölmarkt. Nachdem in der Straße von Hormus erneut ein Frachtschiff unter Beschuss geraten war, zog der Brent-Preis kräftig an und hielt sich klar über 100 Dollar je Fass. Der Iran knüpft eine mögliche Öffnung in den Gesprächen mit den USA weiter an Bedingungen – ein Zustand, der die Nervosität an den Rohstoffmärkten hochhält.
Zinsen ziehen an, Wall Street gibt nach
Steigende Ölpreise nähren Inflationssorgen, und die schlagen direkt auf die Anleihemärkte durch. Die Rendite fünfjähriger US-Staatsanleihen kletterte erstmals seit 2007 über die Marke von fünf Prozent. Überraschend starke Einkaufsmanagerindizes aus Eurozone und USA verstärkten zusätzlich Spekulationen auf eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank.
An der Wall Street ging es entsprechend abwärts: Der Dow Jones verlor 0,7 Prozent auf 51.512 Punkte, der S&P 500 gab 0,8 Prozent auf 7.706 Punkte nach. Der Nasdaq 100, der am Dienstag noch ein Rekordhoch markiert hatte, rutschte um 0,9 Prozent ab und konnte seine Bestmarke damit nicht bestätigen.
Xi-Besuch liefert erste Fortschritte
Etwas Entlastung kommt aus Washington. Zum Auftakt des dreitägigen Staatsbesuchs von Chinas Präsident Xi Jinping bestätigte US-Finanzminister Scott Bessent, dass die bis November ausgesetzten Zusatzzölle auf chinesische Importe um weitere zwei Monate verlängert werden – nun bis zum 10. Januar. Für die exportlastigen DAX-Werte, allen voran die Autobauer, zählt jedes weitere Signal aus dem Treffen zwischen Trump und Xi.
Unter den Einzelwerten hatte Rheinmetall am Vortag mit einem Plus von 3,4 Prozent positiv herausgestochen, während Scout24 nach Gewinnmitnahmen 5,2 Prozent verlor und Allianz um 4,0 Prozent auf 413 Euro absackte. Schwache Zahlen von JD Sports belasteten zudem Adidas und Puma.
Am Nachmittag richtet sich der Blick auf das Ifo-Geschäftsklima für September, für das Volkswirte einen leichten Anstieg auf 89,0 Punkte erwarten. Ob die Stimmungsdaten der Wirtschaft dem DAX Auftrieb geben können, dürfte am Ende aber wieder vom Ölpreis abhängen – dem eigentlichen Taktgeber dieser Handelswoche.
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