Der DAX startet ohne Rückenwind in die neue Woche. Nach dem leichten Plus zum Wochenschluss bei 26.046 Punkten taxierten Broker den deutschen Leitindex am Montagmorgen rund 0,2 Prozent leichter auf etwa 26.000 Zähler. Die runde Marke bleibt damit umkämpft, während das erst Ende August markierte Rekordhoch bei 26.618 Punkten in weite Ferne gerückt ist.
Bereits am Freitag hatte der Index bis auf 26.167 Punkte zugelegt, drehte jedoch vor seiner 21-Tage-Linie wieder ab. Auf Wochensicht bleibt trotz zweier Gewinntage in Folge ein Minus von rund zwei Prozent.
Getragen wurde die jüngste Erholung vor allem vom Autosektor — Volkswagen sprang nach der Ankündigung eines milliardenschweren Konzernumbaus mit Stellenabbau um fast sieben Prozent, auch Porsche Automobil Holding, Zalando und Infineon zogen kräftig an. Rheinmetall gehörte dagegen zu den Verlierern.
Iran-Konflikt treibt Ölpreis
Bestimmendes Thema bleibt die Lage am Ölmarkt. Der eskalierende Konflikt zwischen den USA und Iran hat sich zuletzt auf die Öltransporte verlagert: Das US-Regionalkommando meldete die Ausschaltung mehrerer iranischer Öltanker im Persischen Golf, Iran wiederum erklärte, ein unbemanntes amerikanisches Wasserfahrzeug getroffen zu haben.
Die Folgen sind an der Straße von Hormus messbar — die Schiffsdurchfahrten sind binnen einer Woche drastisch eingebrochen. Brent-Öl notiert entsprechend auf dem höchsten Niveau seit Ende Juli, mit Kursen um 97 Dollar je Barrel.
Für zusätzliche Nervosität sorgt der überraschend starke US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag: 162.000 neue Stellen gegenüber einer Konsensschätzung von rund 53.000 haben die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve in diesem Monat spürbar erhöht.
Der Terminmarkt preist einen Zinsschritt inzwischen mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit ein als noch am Vortag. Am Montag bleibt die Wall Street wegen des Labor-Day-Feiertags geschlossen — dem deutschen Markt fehlt damit am Nachmittag der gewohnte Taktgeber aus New York.
Wahlausgang in Sachsen-Anhalt ohne Markteffekt
Der klare Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt dürfte die politische Debatte in Deutschland bestimmen, für die Börse aber laut Markteinschätzungen kaum Bedeutung haben.
Wichtiger für die Anleger bleibt der Blick auf die kommenden Notenbanktermine: Die EZB entscheidet am Donnerstag über den Leitzins, eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent gilt als weitgehend eingepreist. In den USA richtet sich der Blick zudem auf die Inflationsdaten am Donnerstag und Freitag, die den weiteren Zinskurs der Fed maßgeblich beeinflussen dürften.
Asiens Börsen zeigen sich derweil uneinheitlich: Südkorea und Taiwan legen kräftig zu, gestützt von der ungebrochenen Story rund um künstliche Intelligenz, während China, Hongkong und Singapur nachgeben. Für den DAX bleibt die 26.000-Punkte-Marke damit vorerst die entscheidende Orientierungsgröße, solange die geopolitische Lage am Golf und die Zinssignale aus Frankfurt und Washington unklar bleiben.
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