Der DAX startet ruhig in eine entscheidende Woche. Rund 24.925 Punkte am Dienstagmorgen — knapp unter der 25.000er-Marke, die der Index gestern zwar kurz zurückeroberte, dann aber ohne Anschlusskäufe wieder abgab.
Genau das ist das Kernproblem. Die Hoffnung auf ein US-Iran-Rahmenabkommen hatte die Märkte bereits am Freitag angetrieben. Als die Einigung zu Wochenbeginn offizieller wurde, war der Großteil der Rally schlicht verbrannt. LBBW-Experte Rolf Schäffer spricht von einem „diplomatischen Erfolg auf Bewährung“ — denn beim iranischen Atomprogramm bestehen weiter erhebliche Differenzen, und die Lage im Libanon bleibt ein offenes Risiko. Kein Schlussstrich, eher ein Zwischenstand.
Was den Markt diese Woche bewegt
Heute liefert das ZEW-Institut seine Konjunkturerwartungen für Juni — ein erster Stimmungstest. Das eigentlich Gewicht trägt aber der Fed-Zinsentscheid am Mittwoch. Die Helaba-Experten erwarten von Fed-Chef Kevin Warsh Zurückhaltung, was den Markterwartungen entsprechen würde. Sinkende Ölpreise haben die Furcht vor zeitnah steigenden Zinsen zuletzt gedämpft — das entlastet die Stimmung, ohne sie zu beflügeln. Am Freitag folgt der große Verfallstermin an den Terminbörsen, der zusätzliche Bewegung bringen kann.
Thomas Altmann von QC Partners benennt das eigentliche Hindernis klar: Oberhalb von 25.000 Punkten setzten zuletzt jedes Mal Gewinnmitnahmen ein. Ohne längerfristig orientierte Käufer, die konsequent nachlegen, bleibt weiteres Aufwärtspotenzial begrenzt.
Chartbild zeigt vier Kaufsignale
Technisch hat sich das Bild in den vergangenen Tagen merklich aufgehellt. Der DAX hat die gleitenden Durchschnitte der letzten 20, 50 und 200 Börsentage zurückerobert, die Slow-Stochastik liefert ein viertes Kaufsignal. Der nächste relevante Widerstand liegt beim Tageshoch vom gestrigen Montag bei 25.094 Punkten, darüber wartet das Allzeithoch vom 13. Januar bei rund 25.510 Punkten. Ein Ausbruch auf neue Bestmarken wäre prozyklisch — und würde die Rally strukturell absichern. Das Gegenszenario: Fällt der Index nachhaltig unter 24.038 Punkte, kippt das technische Bild.
Bis dahin entscheidet der Fed-Mittwoch, ob die aktuelle Zurückhaltung der Käufer endet — oder ob Gewinnmitnahmen erneut die Oberhand gewinnen.
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