Der DAX hat am Montag zum ersten Mal in seiner Geschichte die Marke von 25.900 Punkten touchiert – und ist prompt wieder zurückgefallen. Nach dem Rekordhoch bei 25.900,10 Zählern setzten rasch Gewinnmitnahmen ein, am Nachmittag notierte der Index nahe der Nulllinie. Wer nach dem Auslöser der Achterbahnfahrt sucht, landet schnell beim Rüstungssektor.
Rüstungswerte an der Spitze
Rheinmetall führte die DAX-Gewinner mit einem Plus von 2,2 Prozent an. Im MDAX zogen RENK und HENSOLDT um jeweils 3,4 Prozent an, TKMS (thyssenkrupp Marine Systems) sprang sogar um 11 Prozent nach oben. Mehrere Nachrichten fielen zusammen: Die von den USA vermittelten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine kommen nicht voran, der Nato-Gipfel mit angekündigten Milliarden-Investitionen steht bevor. Hinzu kommt eine mögliche Übernahme des Unterwasserdrohnen-Spezialisten Exail durch den französischen Luft- und Raumfahrtkonzern Thales, während TKMS laut einem kanadischen Pressebericht einen U-Boot-Auftrag aus Ottawa erhalten haben soll.
Solide Auftragsdaten, aber wacklige Umsätze
Rückenwind kam am Vormittag auch aus der Statistik: Die deutschen Industrieaufträge legten im Mai um 1,9 Prozent zum Vormonat zu, deutlich mehr als von Ökonomen erwartet. Auf Jahressicht beschleunigte sich das Wachstum auf 6,2 Prozent. Ein Ökonom der ING wertet das als Zeichen, dass Teile der deutschen Industrie weiterhin von umgeleiteten internationalen Aufträgen infolge des Nahost-Konflikts profitieren – auch wenn sich die Auftragsbücher nur graduell erholen.
Am Aktienmarkt bleibt die Euphorie trotzdem gedämpft. Ein Charttechniker spricht von einem überkauften Markt, ein Marktanalyst der Consorsbank verweist auf die zuletzt „relativ schwachen Umsätze“, die Zweifel an der Nachhaltigkeit des Ausbruchs säen. Ein Marktstratege von SPI Asset Management sieht in der jüngsten Rotation weg von reinen KI-Werten hin zu Gesundheit, Industrie und Finanzen noch keine echte Kapitalverschiebung – eher ein gleichzeitiges Ausweichen aus überfüllten Positionen.
Einzelwerte zwischen Gewinnmitnahmen und Kursfeuerwerk
Continental verlor 1,7 Prozent, nachdem die Aktie am Freitag noch auf den höchsten Stand seit Ende 2021 geklettert war. Kepler Cheuvreux strich nach der finalen Unterschrift unter den ContiTech-Verkauf die Kaufempfehlung und rät nun zu Gewinnmitnahmen, da der Konzernumbau des künftigen Reifenherstellers damit abgeschlossen sei. Am anderen Ende der Kursliste sprang Schott Pharma im SDAX um 7 Prozent, nachdem die Deutsche Bank ein Kursziel von 22 Euro ausgegeben hatte.
Infineon gehörte mit einem Minus von 1,2 Prozent zu den schwächsten DAX-Werten, während SAP sich um 0,8 Prozent von den Freitagsverlusten erholte. Kein Wunder, dass der Blick vieler Marktteilnehmer zwischen Chipwerten und Softwareaktien pendelt – beide Lager tauschen gerade regelmäßig die Rollen als Gewinner und Verlierer.
Die 26.000-Punkte-Marke bleibt in Reichweite – vorausgesetzt, die Handelsvolumina ziehen wieder an und bestätigen den Ausbruch. Bleiben die Umsätze so dünn wie zuletzt, dürfte der Index vorerst zwischen Rekordständen und Rücksetzern pendeln.
DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 6. Juli liefert die Antwort:
Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


