Nach den Zahlen von Nvidia wollte der DAX am Donnerstag eigentlich durchstarten – ganz so einfach macht es der Index den Bullen aber nicht. Mit einem Plus von 0,26 Prozent startete der deutsche Leitindex bei 26.354 Punkten in den Handel und pendelte sich danach kaum von der Stelle bewegend ein. Die gute Stimmung aus Übersee kommt an, verpufft aber im Tagesverlauf.

Nvidia liefert, der Markt zögert

Der Auslöser für die freundliche Grundstimmung liegt jenseits des Atlantiks. Nvidia übertraf mit seinen Zahlen die hohen Erwartungen bei Umsatz und Gewinn deutlich, auch dank der neuen Rubin-Architektur, die das Wachstumstempo hochhalten soll.

Salesforce und CrowdStrike lieferten ebenfalls überzeugende Berichte ab. Der Rückenwind aus dem US-Techsektor strahlte auf deutsche Halbleiterwerte aus: Infineon und Aixtron legten spürbar zu, während SAP nach einem schwachen Vortag nur einen Teil seiner Anfangsgewinne verteidigen konnte.

Trotz der positiven Vorzeichen bleibt die Kauflaune verhalten. Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets beschrieb die Stimmung treffend: Die Handbremse sei noch angezogen.

Der Blick der Anleger richtet sich bereits auf das Notenbankertreffen in Jackson Hole, dessen Höhepunkt die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh am Freitag sein wird. Der zuletzt hartnäckig hohe PCE-Deflator nährt Zweifel, ob eine Zinserhöhung der US-Notenbank vor Jahresende tatsächlich vom Tisch ist – ein Unsicherheitsfaktor, der die Rally bremst.

Rekordmarke weiter in Sichtweite

Charttechnisch bleibt die Ausgangslage konstruktiv. Der DAX markierte am 12. August bei 26.573,60 Punkten ein Allzeithoch auf Intraday-Basis, tags darauf folgte mit 26.440,31 Punkten eine neue Bestmarke auf Schlusskursbasis.

Seit vier Handelstagen bildet der Index steigende Tagestiefs, die gleitenden Durchschnitte der letzten 20, 50 und 200 Handelstage senden Kaufsignale. Das nächste Kursziel wäre demnach ein Ausbruch über die bisherige Bestmarke, gefolgt von der psychologischen Marke bei 27.000 Punkten.

Sollte die Dynamik dagegen nachlassen und der Index unter sein jüngstes Tagestief von rund 26.194 Punkten rutschen, würde das aus charttechnischer Sicht ein Warnsignal liefern. Für die kommenden Handelstage dürfte vor allem die Fed-Rede am Freitag in Jackson Hole die Richtung vorgeben – stärker noch als die an sich guten Unternehmenszahlen aus den USA.