Gleich zwei Belastungsfaktoren treffen den DAX am Mittwoch: eine globale Korrektur im Technologiesektor und ein harter Einzelschlag durch Rheinmetall. Der Leitindex notierte gegen halb zehn Uhr rund 0,6 Prozent im Minus bei etwa 24.750 Punkten — damit bleibt die 25.000-Punkte-Marke vorerst außer Reichweite.
Rheinmetall unter Druck, Tech-Sorgen obendrein
Rheinmetall brach zeitweise um bis zu 13 Prozent ein. Auslöser war ein Medienbericht, wonach ein milliardenschwerer Bundeswehr-Auftrag für neue Fregatten an den Schiffbauer TKMS geht — und nicht an den Rüstungskonzern. JPMorgan-Analyst David Perry wertet das als erheblichen Rückschlag. TKMS-Titel profitierten davon und zogen im MDAX kräftig an.
Parallel lastet die Stimmung im globalen Technologiesektor auf dem Markt. Am Dienstag hatten Anleger in Japan und Südkorea zunächst Gewinne bei KI-Profiteuren mitgenommen, später folgte die Wall Street. Auslöser war die Nachricht, dass ein südkoreanischer Speicherchip-Hersteller die KI-Chip-Produktion drosseln wolle. Commerzbank-Strategen sprachen von „Zweifeln an der Nachhaltigkeit der KI-getriebenen Aktienrally“.
Strukturvorteil des DAX — aber keine Immunität
Der DAX fiel mit dem Rücksetzer auch unter seine 21-Tage-Linie, die aktuell bei rund 24.840 Punkten verläuft. Thomas Altmann von QC Partners erklärt die relative Stabilität des deutschen Leitindex mit seiner Sektorstruktur: Tech-Aktien sind hier deutlich geringer gewichtet als in US-amerikanischen oder asiatischen Indizes. Das begrenze die Verluste, schirme den Index aber nicht vollständig ab.
An der Spitze des DAX hielten sich MTU, Brenntag und Continental. Am Ende rangierten neben Rheinmetall auch RWE und die Deutsche Börse.
Micron-Zahlen und ifo als nächste Wegmarken
Der Handelstag bringt zwei wichtige Datenpunkte. Am Nachmittag wird der ifo-Geschäftsklimaindex erwartet — Ökonomen rechnen mit einem Anstieg auf 85,6 Punkte nach zuvor 84,9. Nach US-Börsenschluss folgen dann die Quartalszahlen von Micron Technology. Der Chipkonzern gilt als Gradmesser für die KI-Investitionsbereitschaft — entsprechend groß sind die Erwartungen, die der Markt bereits eingepreist hat. Ob Micron diese Erwartungen erfüllt oder verfehlt, dürfte die Richtung für den DAX am Donnerstagmorgen maßgeblich mitbestimmen.
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