Der Erholungsversuch vom Vortag war nur von kurzer Dauer. Der DAX drehte am Mittwoch deutlich ins Minus – und das lag nicht nur an der Geopolitik.
Zwei Unternehmensberichte sorgten für erheblichen Gegenwind: Rheinmetall und Henkel enttäuschten mit ihren Zahlen und rissen den Index nach unten. Hinzu kamen anhaltende Spannungen im Nahen Osten, die Öl- und Goldpreise bewegten und die Risikobereitschaft der Anleger dämpften.
Rheinmetall und Henkel als Bremsklotz
Rheinmetall war der größte Verlierer des Tages und büßte mehr als 5% ein. Der Rüstungskonzern meldete einen Jahresumsatz von 9,94 Milliarden Euro und einen Gewinn von 1,68 Milliarden Euro – beides blieb hinter den Analystenerwartungen zurück. Dazu kam eine enttäuschende Guidance für 2026, die Anleger zusätzlich verschreckte.
Henkel verlor knapp 4%. Das Unternehmen stellte zwar weiteres Umsatzwachstum in Aussicht, warnte aber vor einem schwachen Jahresstart infolge negativer Wechselkurseffekte. Weitere Indexschwergewichte wie SAP, RWE und Siemens Energy folgten mit Verlusten zwischen 1,5% und 2,3%. Lichtblicke waren rar: Volkswagen und Brenntag schlossen mit minimalen Gewinnen von jeweils unter einem Prozent.
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Der DAX schloss bei 23.643 Punkten und liegt damit seit Jahresbeginn rund 3,6% im Minus. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 25.420 Punkten beträgt der Abstand inzwischen fast 7%.
Geopolitik belastet das Gesamtbild
Hinter der Schwäche steckt mehr als nur Unternehmensberichtssaison. Der Iran hat offenbar die Straße von Hormus geschlossen – jene Schifffahrtsroute, über die rund ein Drittel der weltweiten Ölexporte läuft. Der Ölpreis zog daraufhin erneut an, was vor allem Airlines und Reiseunternehmen belastete.
Die Commerzbank warnte, ein dauerhaft hohes Ölpreisniveau könnte die Inflation im Euroraum um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wachstum spürbar bremsen. Kurz vor Kriegsbeginn lag die Inflationsrate im Euroraum noch bei rund 1,9%. Eine EZB-Zinssenkung im März, die zuvor diskutiert wurde, rückt damit in weite Ferne.
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Im europäischen Vergleich fiel der DAX deutlich schwächer aus als seine Peers: Der Euro Stoxx 50 verlor 0,47%, der FTSE 100 0,63% – der DAX hingegen büßte 1,41% ein, belastet durch die indexspezifischen Einzelwert-Verluste.
Technisch unter Druck
Charttechnisch hat sich die Lage eingetrübt. Der DAX notiert unterhalb seines 50-Tage-Durchschnitts von rund 24.792 Punkten und kämpft sich in Richtung der Unterstützungszone um 23.476 Punkte vor. Ein nachhaltiger Rutsch darunter würde weiteres Verkaufspotenzial freisetzen. Auf der Oberseite gilt der Bereich um 24.300 bis 24.400 Punkte als nächste relevante Widerstandszone.
Richtungsweisend für die kommenden Handelstage wird sein, ob die Ölpreise nachgeben und ob diplomatische Signale aus der Region an Substanz gewinnen. Am 17. und 18. März steht zudem die Fed-Zinsentscheidung an – ein weiterer Faktor, der die Marktstimmung maßgeblich beeinflussen dürfte.
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