DAX: Rheinmetall zieht den Index nach unten

Der deutsche Leitindex verliert über 1,4%, angetrieben durch schwache Berichte von Rheinmetall und Henkel sowie geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.

DAX Aktie
Kurz & knapp:
  • Rheinmetall verliert über 5% nach enttäuschenden Zahlen
  • Henkel warnt vor schwachem Jahresstart durch Währungseffekte
  • Geopolitische Spannungen treiben Ölpreise und belasten Märkte
  • DAX notiert deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt

Der Erholungsversuch vom Vortag war nur von kurzer Dauer. Der DAX drehte am Mittwoch deutlich ins Minus – und das lag nicht nur an der Geopolitik.

Zwei Unternehmensberichte sorgten für erheblichen Gegenwind: Rheinmetall und Henkel enttäuschten mit ihren Zahlen und rissen den Index nach unten. Hinzu kamen anhaltende Spannungen im Nahen Osten, die Öl- und Goldpreise bewegten und die Risikobereitschaft der Anleger dämpften.

Rheinmetall und Henkel als Bremsklotz

Rheinmetall war der größte Verlierer des Tages und büßte mehr als 5% ein. Der Rüstungskonzern meldete einen Jahresumsatz von 9,94 Milliarden Euro und einen Gewinn von 1,68 Milliarden Euro – beides blieb hinter den Analystenerwartungen zurück. Dazu kam eine enttäuschende Guidance für 2026, die Anleger zusätzlich verschreckte.

Henkel verlor knapp 4%. Das Unternehmen stellte zwar weiteres Umsatzwachstum in Aussicht, warnte aber vor einem schwachen Jahresstart infolge negativer Wechselkurseffekte. Weitere Indexschwergewichte wie SAP, RWE und Siemens Energy folgten mit Verlusten zwischen 1,5% und 2,3%. Lichtblicke waren rar: Volkswagen und Brenntag schlossen mit minimalen Gewinnen von jeweils unter einem Prozent.

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Der DAX schloss bei 23.643 Punkten und liegt damit seit Jahresbeginn rund 3,6% im Minus. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 25.420 Punkten beträgt der Abstand inzwischen fast 7%.

Geopolitik belastet das Gesamtbild

Hinter der Schwäche steckt mehr als nur Unternehmensberichtssaison. Der Iran hat offenbar die Straße von Hormus geschlossen – jene Schifffahrtsroute, über die rund ein Drittel der weltweiten Ölexporte läuft. Der Ölpreis zog daraufhin erneut an, was vor allem Airlines und Reiseunternehmen belastete.

Die Commerzbank warnte, ein dauerhaft hohes Ölpreisniveau könnte die Inflation im Euroraum um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wachstum spürbar bremsen. Kurz vor Kriegsbeginn lag die Inflationsrate im Euroraum noch bei rund 1,9%. Eine EZB-Zinssenkung im März, die zuvor diskutiert wurde, rückt damit in weite Ferne.

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Im europäischen Vergleich fiel der DAX deutlich schwächer aus als seine Peers: Der Euro Stoxx 50 verlor 0,47%, der FTSE 100 0,63% – der DAX hingegen büßte 1,41% ein, belastet durch die indexspezifischen Einzelwert-Verluste.

Technisch unter Druck

Charttechnisch hat sich die Lage eingetrübt. Der DAX notiert unterhalb seines 50-Tage-Durchschnitts von rund 24.792 Punkten und kämpft sich in Richtung der Unterstützungszone um 23.476 Punkte vor. Ein nachhaltiger Rutsch darunter würde weiteres Verkaufspotenzial freisetzen. Auf der Oberseite gilt der Bereich um 24.300 bis 24.400 Punkte als nächste relevante Widerstandszone.

Richtungsweisend für die kommenden Handelstage wird sein, ob die Ölpreise nachgeben und ob diplomatische Signale aus der Region an Substanz gewinnen. Am 17. und 18. März steht zudem die Fed-Zinsentscheidung an – ein weiterer Faktor, der die Marktstimmung maßgeblich beeinflussen dürfte.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.