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DAX Richtung Rekordhoch – wie ist das bei Zinserhöhungen möglich?

Speedway oder Stau?
Speedway oder Stau?
 

Der deutsche Leitindex DAX holt zu neuen Rekordhöhen aus. Die steigenden Zinsen haben angesichts der hohen Inflation keinen Einfluss auf die Kurse, oder?

Dax im Aufwind trotz Zinserhöhungen

Anleger haben aktuell wieder gut lachen. Nachdem es in der Folge des Ukraine-Krieges ordentlich bergab ging, der Dax fiel zeitweise auf ein 52-Wochen-Tief von 11.862 Punkte, geht es seit Oktober 2022 wieder steil bergauf. Aktuell notiert der deutsche Leitindex bei gut 15.600 Punkten und hat damit das Rekordhoch nach der Pandemie mit einem neuen Rekord eingestellt. Viele fragen sich indes, wie das eigentlich gehen kann, da die EZB wegen der Inflation praktisch im gleichen Zeitraum ab dem 21.07.2022 den Leitzins sukzessive auf nunmehr 3,00 % angehoben hat.

Der immer gepredigte Zusammenhang, dass die Aktienkurse unter Druck geraten, wenn die Zinsen steigen, scheint augenscheinlich nicht mehr zu gelten. Im Gegenteil, die Kurse von Siemens, Telekom und Bayer in Deutschland steigen und steigen. Schaut man nach Großbritannien auf den FTSE, zeigt sich ein ähnliches Bild. Nimmt man nur beispielhaft die Aktie GVC Holdings, zeigt sich ein Anstieg von gut 10 % allein in den letzten 30 Tagen. GVC Holdings betreibt unter anderem zahlreiche Online Casinoplattformen, ähnlich wie die von bigwinwall.com, bei der Spieler schon mit kleinen Einsätzen um echtes Geld spielen oder sich im Live Casino amüsieren können.

Börsenkurse werden von vielen verschiedenen Faktoren getrieben

Richtig ist, dass verzinsliche Anlagen attraktiver werden, wenn die Zinsen steigen. In normalen Zeiten konnte daher bei Zinssteigerungen beobachtet werden, dass eher risikoavers veranlagte Anleger ihr Geld aus den Aktienmärkten abziehen, was sich auch in fallenden Aktienkursen widerspiegelt. Jedoch kann in diesen Monaten nicht unbedingt von normalen Zeiten gesprochen werden. Da wäre zum Beispiel die Inflation, die aktuell, laut Statistischem Bundesamt, bei knapp 9 % liegt. 

Selbst wenn eine Bank einem Anleger 5 oder 6 % Zinsen für eine verzinsliche Anlage bietet, würde der Anleger angesichts der hohen Inflation, die die gebotenen Zinsen immer noch weit übersteigt, real einen Verlust machen. Allein aus dem Aspekt der gegenüber den Zinsen weitaus höheren Inflation wird verständlich, dass viele Anleger, aber auch institutionelle Investoren lieber in Aktien investieren und ein etwas höheres Risiko in Kauf nehmen. Die Aussicht auf über der Inflation liegende Renditen ist die treibende Kraft bei der Wahl der Anlagen.

Hinzu kommt das allgemeine wirtschaftliche und politische Umfeld. Die ganz große Panik nach dem Ausbruch des Ukraine-Krieges im Februar vergangenen Jahres ist ausgeblieben. Die Kriegsangst bei den Anlegern, also die Befürchtung, dass der Krieg auch nach Westeuropa kommen könnte, hat sich gelegt. Darüber hinaus sind die wirtschaftlichen Auswirkungen, wenn man einmal von den gestiegenen Preisen absieht, keineswegs so dramatisch wie ursprünglich befürchtet. Der große Knall, den einige schon prophezeiten, ist ausgeblieben. Die Firmen erhöhen ihre Preise und damit auch den Umsatz und meistens auch den Gewinn und die Konsumenten werde von Staatshilfen abgefangen. Viele Firmen, beispielsweise in der Tourismusbranche sehen zudem eine besonders gute Gelegenheit, während der Pandemie erlittene Verluste wieder aufzuholen, indem sie ihre Preise überproportional erhöhen.

Auf jedes Hoch folgt ein Tief

Von allzu viel Euphorie muss an dieser Stelle jedoch gewarnt werden. Ein jahrelanger Boom wie seit 2009 nach der Finanzkrise kann nicht gesetzt werden. Dafür gibt es immer noch viel zu viele Unsicherheiten. Die Inflation wird sich vermutlich nur langsam abschwächen, da, als Folge der jahrelangen Geldschwemme infolge der EZB-Politik, schlichtweg immer noch viel zu viel Geld in den Märkten ist. Nicht zuletzt, weil auch die nächste „Krise“ irgendwann folgen wird, kann es auch mit den Aktienkursen schnell wieder bergab gehen.

Jedoch selbst dann, wenn es mit den Kursen rapide bergab geht, wie etwa nach der Finanzkrise 2008 oder nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie 2020, sollten Anleger die Nerven behalten. Die Märkte haben sich danach erstaunlich schnell erholt. Die Kurse kletterten teils auf neue Allzeithochs. Es gilt also, Ruhe zu bewahren und nicht in lauter Panik alles zu verkaufen. Genau wie auf jedes Hoch ein Tief folgt, gilt der Zusammenhang auch umgekehrt.

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