Der Wahlausgang in den USA sah an den Börsen zunächst nach Entlastung aus. Dann kippte die Stimmung. Am Freitag zog die Sorge um die Tech-Branche den DAX gemeinsam mit den US-Börsen nach unten.

Warum der Rückgang nicht überraschte

Aus charttechnischer Sicht kam der Rücksetzer nicht aus dem Nichts. Der Abstand zur 21-Tage-Linie war groß geworden, die Indikatoren standen vor Verkaufssignalen und hatten Divergenzen ausgebildet. Der Index war also reif für eine Atempause.

Der Rückschlag führte nahezu exakt an die alte Widerstandslinie. Auffällig: Die Umsätze fielen am Freitag geringer aus als am Mittwoch. Wer von Panik spricht, dürfte das Bild überzeichnen, denn bei hektischen Verkäufen steigen die Handelsvolumina üblicherweise deutlich. Zum Wochenschluss zeigte sich außerdem schon eine Intraday-Erholung, was auf einen freundlichen Wochenauftakt hindeuten könnte.

Die Stimmung bleibt dennoch gemischt. Die Diskussion unter Privatanlegern kreist weiter um die Frage eines möglichen Crashs, und manche Marktbeobachter halten den Abverkauf erst für den Anfang. Die Wochenbewegung beschreiben sie als turbulent: erst ein Anstieg, dann ein steiler Rücksetzer.

Tech-Schwäche, Substanzwerte stabil

Besonders unter Druck standen zuletzt KI-nahe US-Titel wie Micron, Nebius, Lam Research, Amazon und Intel. Wer im Spätsommer von Tech in Substanzwerte umgeschichtet hatte, kam damit besser durch die Korrektur. Im deutschen Markt zählten dazu Titel wie Heidelberg Materials, Deutsche Bank und SAP.

Auch der Dow Jones geriet unter Druck. Er fiel am Freitag unter seine alte Unterstützungszone, hinterließ aber bereits eine grüne Kerze. Bei den Indikatoren stehen Kaufsignale bevor. Eine Rückeroberung der Zone zum Wochenauftakt gilt damit als wahrscheinlich.

Ausblick

Für den Wochenstart spricht aus technischer Sicht einiges für eine Stabilisierung. Gelingt dem DAX der Sprung zurück über die alte Widerstandslinie, wäre die Jahresendrallye weiter intakt. Im Fokus dürften dann eher der Black Friday und der Weihnachtskonsum stehen als die Wahlfolgen. Rutscht der Index dagegen unter das Freitagstief, würde das Szenario eines längeren Abverkaufs an Gewicht gewinnen.