DAX: Ruhe als Kurstreiber

Der DAX legt zu, während der Markt auf Nvidia-Zahlen und das Fed-Protokoll wartet. Rüstungswerte steigen, Springer Nature fällt.

DAX Aktie
Kurz & knapp:
  • DAX gewinnt 0,6 Prozent
  • Nvidia-Quartalszahlen im Fokus
  • Rüstungswerte legen deutlich zu
  • EU einigt sich auf Zolldeal mit USA

Iran-Krieg, steigende Erzeugerpreise, angespannte Anleihemärkte — und der DAX legt trotzdem zu. Was paradox klingt, hat eine klare Logik: Das Ausbleiben neuer Eskalationsmeldungen aus dem Nahen Osten reicht den Märkten derzeit als Kaufsignal.

Der deutsche Leitindex gewann am Mittwoch rund 0,6 Prozent auf 24.557 Punkte. Die Marke von 25.000 Punkten bleibt vorerst außer Reichweite — das Vortagshoch, das kurzzeitig von Entspannungshoffnungen getragen wurde, konnte nicht überwunden werden.

Nvidia als Gradmesser

Der eigentliche Fokus liegt am Abend auf den Quartalszahlen von Nvidia. Der Halbleiterriese gilt als zentraler Taktgeber des globalen KI-Booms, und die Erwartungen sind entsprechend hoch. Infineon führte den DAX mit einem Plus von drei Prozent an — die Halbleiterbranche wettete schon tagsüber auf überzeugende Nvidia-Zahlen.

Das Risiko liegt offen auf dem Tisch: Das Euphorielevel ist hoch. Enttäuscht Nvidia, dürfte die Stimmung schnell kippen.

Gemischtes Bild im Einzelnen

Rüstungswerte zogen erneut an. Hensoldt legte 6,2 Prozent zu, Renk folgte im positiven Branchenumfeld. Springer Nature hingegen büßte 4,3 Prozent ein, nachdem der Finanzinvestor BC Partners weitere Anteile platziert hatte.

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Im Chemiesektor stufte Jefferies Lanxess auf „Underperform“ herab — Analyst Marcus Dunford-Castro sieht die jüngste Kursrally des Spezialchemiekonzerns als übertrieben an. Evonik und Brenntag erhielten Kaufempfehlungen, reagierten aber kaum.

Makroökonomisch blieben die deutschen Erzeugerpreise kein Aufreger. Sie stiegen im April um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr — stärker als erwartet, doch die Anleiherenditen gaben leicht nach. Obendrein hat die EU ihren internen Streit über den Zolldeal mit den USA beigelegt: Industriezölle sollen fallen, US-Agrarprodukten wird besserer Marktzugang gewährt — allerdings unter dem Vorbehalt gegenseitiger Umsetzung.

Noch am Abend veröffentlicht die US-Notenbank ihr jüngstes Sitzungsprotokoll. Hinweise auf die weitere Zinspolitik könnten den Markt in die eine oder andere Richtung bewegen — zumal das Renditeniveau in Europa ein struktureller Belastungsfaktor bleibt.

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