Ein überraschend schwacher Beschäftigungsaufbau in den Vereinigten Staaten hat den deutschen Aktienmarkt zum Ende der Handelswoche spürbar stabilisiert.

Der DAX schloss am Freitag mit einem Plus von 1,2 % bei 25.231,20 Punkten und konnte damit einen Teil seiner vorangegangenen Wochenverluste wettmachen. Anleger griffen nach den jüngsten Konjunkturdaten wieder zu Standardwerten, nachdem die Furcht vor einer unmittelbar bevorstehenden weiteren US-Zinsstraffung merklich nachgelassen hatte.

Konjunkturdaten dämpfen Zinserwartungen in den USA

Auslöser der Erholungsbewegung war der offizielle US-Arbeitsmarktbericht für September. Außerhalb der Landwirtschaft entstanden in den USA lediglich 29.000 neue Arbeitsplätze, während Ökonomen im Schnitt rund 90.000 Stellen erwartet hatten. Zugleich stieg die Arbeitslosenquote leicht von 4,1 % auf 4,2 %.

Unterstützung erhielt diese Markteinschätzung durch Notenbankerin Beth Hammack. Die Präsidentin der Cleveland Fed erklärte laut Reuters, die Notenbank habe Zeit, weitere eingehende Wirtschaftsdaten vor einer möglichen nächsten Zinsanpassung zu prüfen.

Entlastung an den Rohstoff- und Anleihemärkten

Neben der Zinsfantasie sorgte auch eine Entspannung an den Rohstoffmärkten für Rückenwind. Ein Absinken der Rohölpreise unter die Marke von 100 US-Dollar je Fass milderte kurzfristig die Furcht vor einem erneuten Inflationsschub in den Industriestaaten.

Dazu trugen Pläne der G7-Staaten bei, koordiniert über die Internationale Energieagentur rund 100 Millionen Barrel aus strategischen Erdöl- und Dieselreserven freizugeben. Parallel dazu gaben die Renditen europäischer Staatsanleihen leicht nach, was insbesondere zinssensiblen Sektoren zugutekam. Im Leitindex zeigten sich vor allem Halbleiter- und Technologiewerte wie Infineon sowie Industriewerte stark nachgefragt.

Anleger richten den Blick auf neue Preisdaten

Trotz des jüngsten Tagesgewinns bleibt das übergeordnete Marktumfeld anspruchsvoll. Der DAX weist mit einem Abstand von -5,2 % weiterhin einen merklichen Rückstand zu seinem 52-Wochen-Hoch auf. Zudem signalisieren die europäischen Daten anhaltende Teuerungsrisiken: Für den September meldete Eurostat für die Eurozone zuletzt eine Inflationsrate von 3,8 %.

Bevor die US-Notenbank Ende Oktober ihre Zinsentscheidung fällt, stehen am 14. Oktober die neuen US-Verbraucherpreise an. Sie dürften maßgeblich darüber entscheiden, ob die jüngste Erholung am deutschen Aktienmarkt trägt oder ob hartnäckiger Preisdruck die Zinsdebatte abermals anheizt.