Der deutsche Leitindex zeigt sich am heutigen Donnerstag stabil, nachdem er am Vortag mit 26.403,81 Punkten ein neues Allzeithoch markiert hatte. Aktuell notiert der DAX bei 26.157,48 Zählern, was einem Plus von 0,12 Prozent entspricht. Während die heimische Wirtschaft mit einem geringen BIP-Wachstum von 0,2 Prozent im zweiten Quartal kämpft, profitieren die im Index gelisteten Konzerne von ihrer starken internationalen Ausrichtung. Medienberichten zufolge erzielen die DAX-Unternehmen rund 80 Prozent ihrer Umsätze im Ausland, zudem befinden sich über 52 Prozent der Anteile in ausländischem Besitz.

Siemens und Telekom mit starken Quartalszahlen

Im Zentrum des Handelsgeschehens steht heute eine Flut von Unternehmensberichten. Siemens meldete für das dritte Geschäftsquartal einen Rekord-Auftragseingang von 27,9 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg laut Handelsblatt um sieben Prozent auf 20,8 Milliarden Euro, während das Nettoergebnis um 15 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro kletterte. Trotz einer angehobenen Prognose für den Gewinn je Aktie auf eine Spanne von 11,20 bis 11,50 Euro verbuchte die Aktie im frühen Handel Kursverluste, was Marktbeobachter auf Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Höchstständen zurückführen.

Die Deutsche Telekom konnte die Erwartungen der Anleger hingegen übertreffen. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um vier Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL legte um 7,5 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro zu, getrieben durch ein anhaltend starkes Wachstum der US-Tochter T-Mobile. Als Reaktion auf die gute Geschäftsentwicklung stockte der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm auf insgesamt 5 Milliarden Euro auf und hob die Prognose für den freien Cashflow leicht an.

Breite Berichtssaison stützt das Marktumfeld

Neben den Schwergewichten legten zahlreiche weitere Unternehmen Zahlen vor. Henkel meldete für das erste Halbjahr einen Umsatz von 10,3 Milliarden Euro und hob die Prognose für das organische Wachstum auf 1,5 bis 3,5 Prozent an. Auch die Commerzbank überzeugte operativ und konnte ihren Gewinn im zweiten Quartal fast verdoppeln. Das Institut plant zudem Aktienrückkäufe in einem Volumen von bis zu 1,2 Milliarden Euro.

Rheinmetall präsentierte zwar einen deutlichen Umsatzsprung auf 3,3 Milliarden Euro im zweiten Quartal, musste jedoch den Umsatzausblick aufgrund des Stopps des F126-Projekts leicht korrigieren. Der Auftragsbestand des Rüstungskonzerns liegt weiterhin bei über 80 Milliarden Euro. Bei Scout24 sorgten die Zahlen hingegen für Verkaufsdruck; das Papier verzeichnete zeitweise deutliche Abschläge von über sieben Prozent.

Geopolitische Entspannung an der Straße von Hormus

Für eine positive Grundstimmung sorgt zudem die Nachrichtenlage aus dem Nahen Osten. Laut Berichten der Süddeutschen Zeitung stehen der Iran und der Oman kurz vor einer Einigung über eine neue Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus. Eine solche Vereinbarung könnte die Versorgungssicherheit für globale Öltransporte erhöhen, da rund 20 Prozent des weltweiten Öls diese Passage passieren.

Der Iran strebt für die Durchfahrt Gebühren in Höhe von fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts an, während der Oman eine Maut von drei Prozent favorisiert. Obwohl die USA nicht direkt an den Verhandlungen beteiligt sind, signalisierte die US-Regierung laut Medienberichten Einverständnis mit einer Übergangslösung. Diese geopolitische Annäherung trägt dazu bei, die Risikoprämien an den Märkten zu senken und stützt den DAX in seinem aktuellen Konsolidierungskurs knapp unterhalb des gestrigen Rekordniveaus.