DAX: Skepsis trotz Waffenruhe

Der deutsche Leitindex zeigt sich verhalten, da die verlängerte Waffenruhe im Nahostkonflikt als Halbmaßnahme bewertet wird. Infineon und Siemens gehören zu den Gewinnern, während die Deutsche Telekom unter Druck gerät.

DAX Aktie
Kurz & knapp:
  • Verlängerte Waffenruhe wird als Halbmaßnahme bewertet
  • Deutsche Telekom verliert nach Fusionsgerüchten deutlich
  • Infineon profitiert von positivem Branchenausblick
  • Bundesbank erwartet nur moderates Wirtschaftswachstum

Der DAX kommt am Mittwoch nicht vom Fleck. Nach einem freundlichen Start rutschte der deutsche Leitindex bis zum Mittag ins Minus und pendelte zuletzt um die 24.200 Punkte — knapp oberhalb der vielbeachteten 200-Tage-Linie.

Der Auslöser für die verhaltene Stimmung liegt in Washington: Trump verlängerte die Waffenruhe mit dem Iran einseitig auf unbestimmte Zeit, bis Teheran einen umfassenden Vorschlag vorlegt. Klingt nach Entspannung — ist es aber nicht. Die US-Seeblockade iranischer Häfen läuft weiter, eine erneute Eskalation im Bereich der Straße von Hormus bleibt jederzeit möglich. Anleger nehmen diese Halbmaßnahme entsprechend nüchtern auf.

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Volumen sinkt, Seitenlinien füllen sich

Auffällig ist das seit mehreren Tagen spürbar rückläufige Handelsvolumen im DAX. Investoren warten lieber ab, als sich bei dieser Nachrichtenlage zu positionieren. Der Fokus wandert stattdessen auf die laufende Berichtssaison — heute Abend legt Tesla Zahlen vor, IBM und Intel folgen im Wochenverlauf.

Unter den Einzelwerten sticht Infineon mit einem Plus von rund drei Prozent hervor, befeuert durch einen überraschend starken Ausblick des niederländischen Chip-Konkurrenten ASM International. Siemens profitiert von starken ABB-Zahlen und legt rund ein Prozent zu. Auch Brenntag und RWE gehören zu den Gewinnern.

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Deutsche Telekom unter Druck

Das größte Minus entfällt auf die Deutsche Telekom mit einem Verlust von über drei Prozent. Hintergrund sind Berichte, wonach der Konzern eine vollständige Zusammenführung mit der US-Tochter T-Mobile US prüft. Am Markt überwiegt die Skepsis: Die regulatorischen Hürden gelten als erheblich, und die T-Mobile-Aktionäre dürften ohne einen substanziellen Aufschlag kaum zustimmen. Commerzbank und MTU verlieren ebenfalls rund 2,5 Prozent.

Den makroökonomischen Rahmen liefert die Bundesbank mit ihrem aktuellen Monatsbericht: Die deutsche Wirtschaft dürfte im ersten Quartal 2026 leicht gewachsen sein, für das zweite Quartal zeichnet sich allenfalls eine moderate Fortsetzung ab. Als Bremsfaktoren nennt die Notenbank gestiegene Energiepreise, Lieferkettenstörungen und eingetrübte Exportaussichten — allesamt Folgen des anhaltenden Nahostkonflikts. Der Ölpreis unterstreicht diese Sorgen: Brent notiert aktuell knapp unter 100 Dollar je Barrel.

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Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom, erfahrener Unternehmer und anerkannter Experte für Finanzmärkte. Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Analyse von Aktienmärkten und wirtschaftlichen Zusammenhängen verbindet er wissenschaftliche Fundierung mit unternehmerischer Praxis. Er unterstützt Anleger, die langfristigen Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit durch fundierte Strategien anstreben.

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