Der DAX hangelt sich weiter an der runden 25.000-Punkte-Marke entlang — ohne klare Richtung, ohne frischen Impuls. Zum Auftakt ins zweite Halbjahr dürfte sich daran zunächst wenig ändern.
Trendlos, aber stabil
Nach einem Gewinn von 1,5 Prozent am Dienstag auf 24.996 Punkte starten die vorbörslichen Indikatoren am Mittwoch praktisch unverändert. Der Leitindex bewegt sich seit mehr als zwei Wochen in einer engen Spanne zwischen etwa 24.600 und 25.200 Punkten — ein klassisches Sommerloch. Die Landesbank Helaba diagnostiziert eine „trendlose Verfassung“, Marktbeobachter sprechen von nachlassenden Kursschwankungen und rückläufigen Handelsumsätzen.
Die Vorgaben aus Asien helfen nicht weiter. Der Nikkei legte zwar zu, entfernte sich aber vom Tageshoch. Der südkoreanische KOSPI gab nach. Aus Übersee kam der NASDAQ 100 zwar mit Gewinnen, doch US-Futures traten am Morgen auf der Stelle.
Geopolitik und Nike als Störfaktoren
Hintergrund für die Vorsicht sind gleich zwei Bremsklötze. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran um ein nukleares Rahmenabkommen stocken — eine Einigung, die den Öldruck mindern könnte, rückt vorerst in weite Ferne. Ferner gerät Adidas in den Fokus: Nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft hatte die Aktie bereits am Dienstag gelitten. Konkurrent Nike legte nachbörslich enttäuschende Quartalszahlen vor und verlor gut 3 Prozent — schlechte Stimmung, die auf den deutschen Sportartikelriesen abstrahlen dürfte.
Rekord liegt in weiter Ferne
Das Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507,79 Punkten ist aktuell rund 500 Punkte entfernt. Ein Blick auf die Juni-Performance zeigt, wie gespalten das Bild im Index ist: Volkswagen, Rheinmetall und BMW verloren im Monat jeweils mehr als 23 Prozent — während Bayer mit einem Plus von gut 32 Prozent herausragte und MTU Aero Engines um rund 16 Prozent zulegte. Der Index insgesamt spiegelt diese Zerrissenheit: Gewinner gibt es, eine klare Aufwärtsdynamik fehlt.
Kurzfristig richtet sich der Blick auf Fed-Chef Kevin Warsh, der noch heute bei einer EZB-Konferenz spricht. Er gilt als Gegner klarer Forward Guidance — konkrete Signale zur Zinspolitik sind von ihm kaum zu erwarten. Solange Klarheit dort ausbleibt, dürfte die 25.000er-Marke das Niveau bleiben, um das der DAX kreist.
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