Nach dem kräftigen Rücksetzer vom Vortag tritt der DAX am Donnerstagmorgen auf der Stelle. Der Future notiert bei rund 25.600 Punkten, kaum verändert zum Vortagesschluss. Der eigentliche Termin des Tages liegt noch Stunden entfernt: Um 14:15 Uhr entscheidet die EZB über die Zinsen, um 14:45 Uhr folgt die Pressekonferenz von Christine Lagarde.
Gestern hatte der Leitindex 1,7 Prozent auf 25.576 Punkte verloren und damit seine Rekordserie vorerst beendet. Zum Allzeithoch vom 28. August, als der DAX intraday bis auf 26.618 Punkte gestiegen war, fehlen inzwischen fast vier Prozent. Im Wochenverlauf markierte der Index bei 25.512 Punkten ein Tief und rutschte dabei unter seine 50-Tage-Linie.
Öl und Anleiherenditen treiben die Nervosität
Auslöser der Schwäche ist ein Zusammenspiel aus steigenden Ölpreisen und anziehenden Anleiherenditen. Brent näherte sich nach weiteren US-Angriffen auf iranische Öltanker der Marke von 102 Dollar und damit dem Zwischenhoch vom Juli. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kletterte parallel über 3,41 Prozent. Diese Kombination trifft Aktien doppelt: Teure Energie belastet die Kosten der Unternehmen, höhere Renditen drücken auf die Bewertungen.
Am Terminmarkt zeigt sich die Vorsicht auch technisch. Der DAX-Future notiert derzeit sowohl unter seinem 20-Tage-Durchschnitt bei 26.147 Punkten als auch unter dem 50-Tage-Durchschnitt bei 25.834 Punkten. Kurzfristig behalten die Verkäufer damit die Oberhand, auch wenn sich der Future am Morgen leicht erholt zeigte.
Die Inflation liefert die Blaupause für die EZB
Grundlage der erwarteten Zinserhöhung ist die August-Inflation im Euroraum, die von 2,9 auf 3,3 Prozent gesprungen ist – der höchste Wert seit September 2023. Der Markt hat einen Schritt um einen Viertelprozentpunkt vollständig eingepreist, der Einlagensatz würde damit auf 2,50 Prozent steigen. Es wäre die zweite Anhebung in diesem Jahr, nach der ersten seit September 2023 im Juni.
Bemerkenswert: Der Preisschub kommt fast vollständig aus einer Quelle. Energie verteuerte sich im August um 14,3 Prozent, während die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel auf 2,4 Prozent sank – niedriger als erwartet.
Die Dienstleistungsinflation fiel sogar auf den tiefsten Stand seit vier Monaten. Die EZB steuert also gegen einen externen Schock, den ein Leitzins kaum bremsen kann, aber ihn dennoch ignorieren zu lassen, würde die Notenbank angesichts der Erfahrungen aus dem Jahr 2021 riskant finden.
Unter den Einzelwerten hatten sich am Vortag RWE und SAP gegen den Trend behauptet, während Rheinmetall, Siemens und MTU zu den größten Verlierern zählten. Am Nachmittag folgen nach der EZB-Entscheidung noch die US-Erzeugerpreise für August, nach US-Börsenschluss legt Adobe Quartalszahlen vor. Für die Marktrichtung dürfte weniger die Zinsentscheidung selbst zählen als die Signale, die Lagarde auf der Pressekonferenz zum weiteren Kurs sendet.
DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 10. September liefert die Antwort:
Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

