Der DAX meldet sich zurück. Nach dem massiven Kurssturz im Rüstungssektor am Mittwoch greifen Anleger wieder zu. Zyklische Tech-Werte treiben den deutschen Leitindex am Donnerstagmorgen spürbar an. Das Barometer klettert auf 24.889,80 Punkte und verzeichnet damit ein Tagesplus von 0,60 Prozent.
Halbleiter ersetzen Rüstung
Die heutige Sitzung steht im Zeichen einer klaren Sektorrotation. Investoren meiden Verteidigungswerte und flüchten in die Chip-Branche. Infineon profitiert massiv von starken Prognosen des US-Konkurrenten Micron. Die Aktie des Münchner Konzerns springt um über sieben Prozent auf 84,45 Euro. Das werten Analysten als starkes Signal für die gesamte Branche.
Auch andere Schwergewichte stützen den Markt. Siemens Energy setzt seinen Erholungskurs mit einem Aufschlag von fast drei Prozent fort. Das Management äußerte sich positiv zu neuen Aufträgen im Netzgeschäft. Adidas reiht sich mit ähnlichen Gewinnen nahtlos ein.
Währenddessen beruhigt sich die Lage bei Rheinmetall. Die Aktie stabilisiert sich nach dem gestrigen Einbruch von mehr als 18 Prozent leicht. Das Bundesverteidigungsministerium hatte das F126-Fregattenprogramm überraschend gestoppt. Damit entgeht dem Rüstungskonzern ein Auftragswert von 12,8 Milliarden Euro. Die Folge: Investoren müssen die kurzfristige Pipeline neu bewerten.
FMC unter Druck, DAX charttechnisch stabil
Auf der Verliererseite sticht Fresenius Medical Care hervor. Der Dialysespezialist verliert fast fünf Prozent auf 40,18 Euro. Ein direkter Konkurrent meldete schwache Studiendaten zu neuen Behandlungsmethoden. Das schürt Sorgen über die eigene Marktposition. Bei SAP nehmen Investoren nach der jüngsten Rekordjagd Gewinne mit, weshalb die Aktie leicht nachgibt.
Charttechnisch hat sich das Bild aufgehellt. Der DAX notiert wieder komfortabel über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 24.591,16 Punkten. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 53,1 eine neutrale Marktlage.
Auch die übergeordnete Tendenz bleibt intakt. Seit Jahresbeginn steht nun ein Plus von 1,43 Prozent auf der Anzeigetafel.
Warten auf die US-Notenbank
Am Nachmittag richtet sich der Blick nach Washington. Um 14:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit veröffentlichen die USA den PCE-Deflator. Dieser Preisindex gilt als bevorzugtes Inflationsmaß der Federal Reserve. Die Daten entscheiden maßgeblich über den kurzfristigen Kurs der amerikanischen Geldpolitik.
Fällt die Teuerung geringer aus als gedacht, steigen die Chancen auf sinkende Zinsen. Ein solches Szenario könnte den DAX über den Widerstand bei 24.900 Punkten treiben. Überrascht die Inflation hingegen nach oben, droht ein sofortiger Rücksetzer. In diesem Fall testen die Bären schnell wieder die Unterstützung bei 24.600 Punkten.
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