DAX: Überraschende Hindernisse

Der DAX verliert deutlich und fällt unter 24.000 Punkte, angetrieben durch neue Spannungen im Iran-Konflikt und eine überraschend schwache deutsche Industrieproduktion.

DAX Aktie
Kurz & knapp:
  • Neue Spannungen um strategische Straße von Hormus
  • Deutsche Industrieproduktion fällt unerwartet im Februar
  • Privatanleger drehen zunehmend auf pessimistische Positionen
  • Ölpreis steigt auf rund 97 Dollar pro Barrel

Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hält — aber nur noch mit zitternden Händen. Israels Luftangriffe im Libanon haben Teheran aufgebracht, und der DAX quittiert die neue Unsicherheit mit spürbaren Verlusten.

Hormus als Zünder

Der Knackpunkt ist die Straße von Hormus. Der Iran hat den Schiffsverkehr durch die für den globalen Energiemarkt entscheidende Meerenge faktisch eingeschränkt — Schiffe müssen sich mit den Revolutionsgarden abstimmen, Seeberichte deuten auf gelegte Seeminen hin. Der Ölpreis reagierte prompt: Brent kletterte wieder auf rund 97 Dollar pro Barrel, nachdem er tags zuvor noch knapp unter 90 Dollar notiert hatte. Für einen Markt, der nach der Mittwochserholung kurz aufgeatmet hatte, ist das ein kalter Wasserstrahl.

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Der DAX fiel am Donnerstagvormittag unter die 24.000-Punkte-Marke und verlor zeitweise rund 1,2 Prozent. Hinzu kamen enttäuschende Konjunkturdaten: Die deutsche Industrieproduktion sank im Februar überraschend um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat — erwartet worden war ein Plus von 0,6 Prozent. Dass dieser Rückgang noch vor dem Ausbruch der Nahostkrise verzeichnet wurde, macht die Zahlen nicht besser.

Privatanleger drehen ins Lager der Pessimisten

Interessant ist der Blick auf die Stimmungslage. Laut der wöchentlichen Sentiment-Erhebung der Deutschen Börse für die Woche zum 8. April haben die pessimistischen Privatanleger ihren Anteil auf 41 Prozent ausgebaut — ein Zuwachs von 8 Prozentpunkten. Der Anteil der Optimisten schrumpfte auf 44 Prozent. Institutionelle Investoren sehen das anders: Bei den Profis stieg der Bullen-Anteil sogar leicht auf 55 Prozent.

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Sentiment-Analyst Joachim Goldberg deutet die Diskrepanz so: Viele Privatanleger haben offenbar zuvor Gewinne erzielt und drehen nun von Long nach Short. Die Institutionellen hingegen sitzen noch in bullischen Positionen, aus denen sie mangels ausreichender Kurserholung nicht herausgekommen sind. Ihr wahrgenommener Einstandspreis liegt vermutlich noch oberhalb des Mittwoch-Stands von 24.000 Punkten — was erklärt, warum auch die gestrige Erholung nicht für eine Entlastung gereicht hat.

Das Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507 Punkten rückt damit weiter in die Ferne. Kurzfristig bleibt die Zone um 23.900 Punkte der entscheidende Puffer — fällt dieser, droht eine Ausdehnung der Verluste Richtung 23.700 Punkte.

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