Nach zwei schwachen Handelstagen hat sich der DAX zurückgemeldet — am Freitagmorgen tritt der Leitindex im Future-Handel allerdings erst einmal auf der Stelle. Der nächstfällige Kontrakt notiert bei 25.225 Punkten, kaum verändert zum Vortag. Das deutet auf einen ruhigen Start hin, nachdem der Index zuvor eine ordentliche Berg- und Talfahrt hinter sich hatte.
Am Montag noch hatte der DAX mit 25.900 Punkten ein neues Rekordhoch markiert. Bis Mittwoch büßte er davon über 1.000 Punkte wieder ein — Sorgen um die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten die Anleger verunsichert. Am Donnerstag kehrte dann die Zuversicht zurück: Der Index schloss mit einem Plus von 0,89 Prozent bei 25.118,27 Punkten. Der MDAX legte im gleichen Atemzug um gut ein Prozent zu.
Chipwerte und Übernahmefantasie treiben Einzelwerte
Hinter der Stabilisierung steckte vor allem die Halbleiterbranche. Infineon gewann 4,3 Prozent, nachdem sich auch der südkoreanische Kospi von seiner KI-bedingten Schwäche erholt hatte. Im MDAX zogen Elmos, Jenoptik, Aixtron und Süss Microtec mit Kursaufschlägen zwischen 5,5 und 7,3 Prozent nach.
Für die größte Bewegung sorgte allerdings ein Übernahmegerücht: Qiagen-Aktien schossen um 10,6 Prozent nach oben, nachdem Berichte über das Interesse von Finanzinvestoren am Diagnostikspezialisten die Runde machten. Eine offizielle Bestätigung des Unternehmens dazu gibt es bislang nicht.
Auf der anderen Seite stand Volkswagen unter Druck. Die Vorzugsaktien verloren mehr als ein Prozent, während der Aufsichtsrat über neue Sparpläne berät und IG Metall mit einem bundesweiten Aktionstag dagegenhält. UBS sieht angesichts des Wettbewerbsdrucks aus China sogar das Risiko einer Gewinnwarnung. Rheinmetall bildete das Schlusslicht im Index.
Ob der DAX die Marke von 25.000 Punkten am Freitag verteidigen kann, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die geopolitische Beruhigung anhält. Der schmale Handel im Frühgeschäft — gerade einmal rund 280 umgesetzte Kontrakte bis zum Morgen — spricht bislang für Zurückhaltung statt neuer Impulse.
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