Der deutsche Leitindex hat in den vergangenen Tagen eine bemerkenswerte Gegenbewegung hingelegt. Doch Experten bremsen die Euphorie — und das aus gutem Grund.
Nahost-Unsicherheit bleibt das bestimmende Thema
Die Lage rund um den Iran-Konflikt hat sich zum Wochenstart erneut zugespitzt. Teheran lehnte eine zweite Verhandlungsrunde mit den USA ab und begründete dies mit wachsendem Misstrauen gegenüber Washington. Gleichzeitig bleibt die Straße von Hormus ein Unsicherheitsfaktor: Nachdem der iranische Außenminister am Freitag die freie Durchfahrt für Handelsschiffe verkündet hatte, wurde die wichtige Route kurz darauf wieder gesperrt. Die widersprüchlichen Meldungen zeigen, wie fragil die aktuelle Situation ist.
Für den DAX bedeutet das: Die Erholung der letzten Handelstage ruhte auf einem wackligen Fundament. Der DAX-Future signalisierte zum Wochenstart bereits Verluste — der Juni-Kontrakt notierte früh bei rund 24.587 Punkten. Immerhin hat der Index charttechnisch wieder Boden gut gemacht und sich über die 100- und 200-Tage-Linien vorgearbeitet, was mittelfristig als stabilisierendes Signal gilt.
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Zwischen Hoffnung und eingepreisten Vorschusslorbeeren
Marktbeobachter sind sich einig: In den aktuellen Kursen steckt bereits ein erheblicher Optimismus. Wer auf eine rasche Friedenslösung im Nahen Osten setzt, könnte enttäuscht werden — denn seit Kriegsbeginn Ende Februar folgten auf Hoffnungsschimmer regelmäßig neue Rückschläge.
Hinzu kommt, dass der DAX im direkten Vergleich mit US-Märkten hinterherhinkt. S&P 500 und Nasdaq 100 haben ihre Kriegsverluste längst mehr als aufgeholt und neue Rekorde markiert. Der deutsche Leitindex hat diesen Weg noch vor sich. Zusätzlich dämpfen hohe Bewertungen vieler Aktienindizes das weitere Aufwärtspotenzial.
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Bilanzsaison gibt die nächste Richtung vor
In dieser Woche rücken Unternehmenszahlen wieder stärker in den Vordergrund. Beiersdorf meldet am Dienstag Umsatzzahlen, SAP liefert am Donnerstagabend seinen Zwischenbericht — ein potenzieller Kurstreiber für den Index. Aus den USA kommen Zahlen von Boeing und Tesla. Stimmungsindikatoren wie die ZEW-Konjunkturerwartungen am Dienstag, Einkaufsmanagerdaten am Donnerstag und das Ifo-Geschäftsklima am Freitag werden zeigen, ob die Unternehmen die geopolitischen Risiken ähnlich gelassen bewerten wie die Finanzmärkte bislang.
Das Enttäuschungspotenzial für die kommenden Wochen ist real. Ob die Bilanzsaison das leisten kann, was die Geopolitik schuldig bleibt, wird sich rasch entscheiden.
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