Kaum hatte der DAX die 26.000er-Marke ins Visier genommen, kommt aus Ankara eine Nachricht, die die Rekordjagd abrupt stoppt. US-Präsident Donald Trump erklärte den Waffenstillstand mit dem Iran für beendet — die Antwort der Börse folgte auf dem Fuß.
Der deutsche Leitindex eröffnete 0,75 Prozent niedriger bei 25.274,94 Punkten und baute die Verluste im Handelsverlauf weiter aus. Zeitweise rutschte er unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Zählern, zuletzt notierte er bei 24.958 Punkten und damit rund zwei Prozent unter dem Vortagesschluss. Noch am Montag hatte der DAX mit 25.900,10 Punkten ein neues Allzeithoch markiert — nach drei aufeinanderfolgenden Rekordtagen seit Donnerstag der bislang höchste Schlussstand der Geschichte.
Nahost-Konflikt eskaliert erneut
Vorausgegangen waren gegenseitige Angriffe: Attacken auf Tanker in der Straße von Hormus, ein US-Militärschlag auf Ziele im Iran und iranische Raketen auf Bahrein. Washington setzte zudem die Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft, was Teheran als schweren Verstoß gegen das bestehende Rahmenabkommen wertete. Die Ölpreise zogen daraufhin kräftig an — mit ihnen kehrten Sorgen vor neuer Inflation und einer möglichen Zinsreaktion der Notenbanken zurück.
KI-Sektor bleibt Belastungsfaktor
Zur geopolitischen Unsicherheit gesellt sich eine zweite Baustelle: die anhaltende Skepsis gegenüber KI-Werten. Trotz rekordverdächtiger Zahlen blieben bei Samsung neue Käufer aus, die Aktie rutschte ab. Der südkoreanische KOSPI fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Mai, der US-Halbleiterindex SOX verteidigte seine 50-Tage-Linie nur mit Mühe. In den USA belastete zusätzlich die Aufnahme von SpaceX in den Nasdaq 100 — Fondsmanager müssen ihre Portfolios entsprechend umschichten, zumal am Freitag mit SK Hynix das nächste Tech-Schwergewicht an die US-Börse geht.
Am Abend rückt das Protokoll der ersten Fed-Sitzung unter dem neuen Notenbank-Chef Kevin Warsh in den Fokus. Warsh hatte zuletzt betont, die Inflation entschlossen auf das Zwei-Prozent-Ziel drücken zu wollen, zugleich aber angekündigt, künftig weniger konkrete Aussagen zu den Zinserwartungen der Fed-Mitglieder zu treffen. Für den ohnehin angespannten US-Anleihemarkt dürfte das den Informationsbedarf am Nachmittag zusätzlich erhöhen.
DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 8. Juli liefert die Antwort:
Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

