Der deutsche Leitindex tritt an diesem Mittwoch nahe seinem Rekordhoch auf der Stelle. Eine Stunde vor Handelsbeginn notiert der DAX bei rund 26.387 Punkten, kaum verändert zum Vortag. Nach dem neuen Allzeithoch bei 26.504,54 Punkten ist den Anlegern offenbar erst einmal die Puste ausgegangen — verständlich angesichts des Termins, der am Nachmittag ansteht.

Um 14:30 Uhr veröffentlichen die USA ihre Verbraucherpreisdaten für Juli. Erwartet wird eine Teuerungsrate von rund 3,5 Prozent. Fallen die Zahlen im Rahmen der Prognosen oder darunter aus, könnte das der Rekordrally neuen Schwung verleihen. Enttäuschen die Werte nach oben, droht dagegen eine technische Verschnaufpause.

Iran-Konflikt und Ölpreise als Unsicherheitsfaktor

Überlagert wird das Geschehen weiterhin vom Konflikt um den Iran. US-Präsident Donald Trump hat als neue Bedingung für ein Friedensabkommen Reparationszahlungen Teherans gefordert — ein Schritt, der die ohnehin schwierigen Verhandlungen um die Wiedereröffnung der Straße von Hormus zusätzlich erschwert. Die Ölpreise ziehen deshalb weiter an und erreichten zuletzt das höchste Niveau seit Ende Juli.

Der DAX zeigt sich gegenüber dieser Gemengelage bislang bemerkenswert robust. Das Jahresplus liegt inzwischen bei gut acht Prozent. Dennoch bleibt der Nahost-Konflikt ein Risikofaktor, der über höhere Energiepreise auch auf die Inflationserwartungen und damit die Zinspolitik der Notenbanken durchschlagen könnte.

Unternehmenszahlen liefern gemischtes Bild

Abseits der Makrodaten sorgen an diesem Mittwoch mehrere Quartalsberichte für Bewegung in Einzelwerten. Die Hannover Rück bestätigte ihre Jahresprognose, obwohl der Nettogewinn im zweiten Quartal um 17 Prozent auf 695 Millionen Euro sank — die Analystenerwartungen wurden damit dennoch übertroffen. Im ersten Halbjahr stieg der Gewinn um 7 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Für 2026 hält der Rückversicherer an seinem Ziel von mindestens 2,7 Milliarden Euro Nettogewinn fest, in den jüngsten Vertragserneuerungen sanken die Preise allerdings um 4,5 Prozent.

K+S zeigte sich nach einem starken zweiten Quartal optimistischer für 2026 und hob das Gewinnziel an. Bilfinger steigerte Umsatz und operativen Gewinn und bestätigte die Prognose, während TKMS dank kräftigen Wachstums bei Atlas Electronics und im Überwasserschiffbau die Jahresziele erhöhte. Douglas hingegen kämpft weiter mit einem schwachen Konsumklima: Umsatz und Ergebnis gingen im dritten Geschäftsquartal zurück.

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt zwischen Rekordniveau und möglicher Konsolidierung. Für eine Fortsetzung der Rally in Richtung 27.500 Punkte müsste der DAX nachhaltig über sein bisheriges Hoch bei 26.445 Punkten klettern. Rutscht der Index dagegen unter die Marke von 26.115 Punkten, rückt zunächst der Bereich um 25.900 Punkte in den Blick — mit den US-Inflationsdaten am Nachmittag dürfte sich zeigen, in welche Richtung der nächste Impuls ausfällt.