Im DAX selbst steht diese Woche kein Quartalsbericht an. Die Impulse kommen von außen: aus den USA, aus der Chipbranche und aus der Geldpolitik. Zwei Termine dürften das Bild prägen, die Bankenzahlen am Dienstag und die US-Verbraucherpreise am Mittwoch.

US-Daten als Taktgeber

Die Fed hat den Leitzins im September auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Ob im Oktober ein weiterer Schritt folgt, hängt an den Preisdaten am Mittwoch um 14:30 Uhr. Der schwache Arbeitsmarktbericht hat die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung zuletzt gedrückt, der Terminmarkt sieht Dezember als wahrscheinlichstes Szenario.

Im August lag die Teuerung bei 3,4 Prozent, die Kernrate aber nur bei 2,4 Prozent. Der Ölpreis treibt die Gesamtrate, im Kern bleibt der Preisdruck bislang verhalten. Zieht die Kernrate an, rückt eine Anhebung im Oktober wieder näher.

Der Anleihemarkt vermittelt den Druck an die Aktien. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte zuletzt den höchsten Stand seit 2002 und notiert bei 5,24 Prozent. Ein solches Niveau belastet die Bewertungen.

Banken und Chipwerte im Test

Am Dienstag legen JPMorgan, Goldman Sachs, Wells Fargo und Citigroup binnen einer Stunde Zahlen vor. Entscheidend dürfte weniger der Gewinn sein als die Risikovorsorge. Stocken die Institute ihre Rückstellungen auf, wäre das ein Warnsignal für die Konjunktur.

Am Mittwoch folgt ASML, am Donnerstag TSMC. Die beiden Konzerne zeigen, ob die KI-Investitionen das Tempo halten. TSMC hat den Umsatz bereits gemeldet und die eigene Prognose übertroffen. Offen bleiben Marge und Ausblick.

Aus Deutschland kommen Nebenschauplätze. Volkswagen legt am Montag die Auslieferungen vor, Porsche und VW führen Pre-Close-Calls. Porsche meldete zuletzt für die ersten neun Monate ein Minus von 16 Prozent. Auch BMW, Airbus und Schaeffler justieren in Vorabgesprächen die Erwartungen der Analysten. Kursreaktionen am Folgetag sind dabei keine Seltenheit.

Geopolitik und Energie

Zusätzlich sorgt die Diesel-Vereinbarung zwischen US-Präsident Trump und Kremlchef Putin für Gesprächsstoff. Die USA wollen Sanktionen gegen russischen Diesel vorübergehend aufheben. Die Bundesregierung hält an den Russland-Sanktionen fest, die EU kritisiert den Schritt scharf. Für Deutschland ist die Lage laut Wirtschaftsministerium unkritisch: Es bezieht seit 2023 kein russisches Öl mehr.

Der Energiepreis bleibt dennoch ein Thema. Die deutsche Teuerung lag im September laut Schnellschätzung bei 3,3 Prozent, nach 2,9 Prozent im August. Das Statistische Bundesamt bestätigt die Zahl am Dienstag um 08:00 Uhr. Am Freitag steht zudem der kleine Verfallstag an der Eurex an, bevor die EZB am 29. Oktober über die Zinsen entscheidet. Die Fed tagt bereits am 28. Oktober.