Eine starke Woche könnte mit einem leichten Dämpfer enden. Schwache Vorgaben aus den USA und Asien drücken den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Start ins Minus. Vorbörslich taxierte IG Markets den DAX gut zwei Stunden vor Handelsbeginn 0,19 Prozent tiefer bei 25.991 Punkten.

Tech-Zahlen belasten die Stimmung

Auslöser sind enttäuschende Quartalsbilanzen von Amazon und Intel, die nach US-Börsenschluss kamen. Amazon gab nachbörslich deutlich nach, auch Intel rutschte ab. Hinzu kommt ein bereits angeschlagenes Umfeld im Technologiesektor: Am Donnerstag hatte eine Verkaufswelle den Nasdaq Composite um mehr als anderthalb Prozent gedrückt.

Marktbeobachter verweisen auf eine wachsende Debatte über die hohen KI-Investitionen und deren Folgen für künftige Cashflows. Die Ölpreise steigen derweil wieder.

Der DAX hielt sich zuletzt erstaunlich robust. Während die Wall Street unter Druck geriet, präsentierten sich die europäischen Leitindizes fest.

Wochenplus von gut drei Prozent in Reichweite

Am Donnerstag war der Index bis auf 26.106 Punkte geklettert, den höchsten Stand seit Anfang September. Rückenwind kam von Quartalszahlen und den unveränderten Leitzinsen der Notenbanken. Gemessen an der vorbörslichen Indikation deutet sich ein Wochenzuwachs von 3,2 Prozent an.

Die US-Daten dämpfen allerdings die Zinshoffnungen. Ein starkes Wirtschaftswachstum und eine anziehende PCE-Inflation nähren die Erwartung, dass die Fed die Zinsen länger hoch hält. Selbst eine erneute Anhebung im Dezember halten manche Marktteilnehmer für möglich. Der DAX steckte das bislang weg.

Im Tagesverlauf rücken die deutschen Inflationsdaten in den Blick. Entscheidend für den Wochenschluss ist die Marke von 26.000 Punkten: Sie muss der Index nach der schwächeren Indikation zunächst verteidigen, um das Wochenplus oberhalb von drei Prozent ins Wochenende zu retten.