Zwei Verlustwochen liegen hinter dem deutschen Leitindex, jetzt dreht der Trend zumindest vorsichtig. Der DAX schloss die vergangene Woche bei 25.489 Punkten mit einem Gewinn. Ob daraus die viel beschworene Jahresschlussrallye wird, hängt an wenigen Chartmarken.

Technik: Unterstützung hielt

Die Unterstützungszone diente als Sprungbrett für den jüngsten Anstieg. Eine Abwärtstrendlinie wäre zum Wochenschluss gebrochen worden, außerdem zogen die Umsätze am Donnerstag und Freitag sichtbar an. Charttechniker deuten das als wachsendes Zutrauen der Marktteilnehmer. Die Indikatoren haben zudem schwache Divergenzen hinterlassen.

Am Freitag näherte sich der Index zeitweise der Marke von 25.700 Punkten, gab zum Handelsschluss aber nach. Die Handelsspanne der Woche fiel mit 842 Punkten unterdurchschnittlich aus.

Ein Trendbruch im Sinne der Dow-Theorie stünde erst bei einem Wochenauftakt in Richtung 26.000 Punkte an.

Marken für die neue Woche

Die Lage ist moderat bullisch, aber nicht eindeutig. Ein Szenario sieht mit 55 Prozent eine Fortsetzung der Erholung, mit 45 Prozent erneute Rücksetzer.

  • Oberhalb: Ein bestätigter Tagesschluss über der 50-Tage-Linie bei 25.739 Punkten aktiviert Ziele um 26.160 Punkte.
  • Unterhalb: Fällt der Index unter die 20-Tage-Linie bei 25.344 Punkten, drohen Korrekturen bis etwa 24.855 Punkte.

Makro-Gegenwind bleibt

Der Internationale Währungsfonds hob seine Wachstumsprognose für Deutschland auf 1,3 Prozent an. Dem steht eine unerwartet hohe US-Inflation von 3,7 Prozent gegenüber, die den Zinserhöhungsdruck auf die Federal Reserve hoch hält.

Hinzu kommen die anstehenden Zwischenwahlen in den USA. Aussagen aus Übersee könnten in Europa kurzfristig für Turbulenzen sorgen. Saisonal gelten Zwischenwahljahre an den US-Börsen allerdings als besonders freundliche Phase im Jahresverlauf.

Entscheidend ist der Wochenstart: Hält der DAX die Zone um 25.344 Punkte und knackt anschließend die 25.739, rückt das Ziel von 26.160 Punkten in Reichweite.