Der DAX hat die Woche mit einem Aufschlag von rund 2,5 Prozent abgeschlossen, doch der Freitag trübte die Bilanz. Zinssorgen, steigende Ölpreise und die anstehenden US-Midterms drückten die Stimmung zum Wochenende. Der Index gab am Freitag um gut 1 Prozent nach.
Erholung zu Wochenbeginn, Dämpfer zum Schluss
Nach einer schwachen Vorwoche stabilisierten sich die Märkte zunächst. Der DAX legte früh in der Woche zu und überschritt zeitweise wieder die Marke von 26.000 Punkten. Im Wochenverlauf wurde das Bild allerdings uneinheitlich, weil im Technologiesektor einzelne Unternehmensberichte kritisch aufgenommen wurden.
An den US-Börsen fiel die Wochenbilanz schwächer aus. Der Dow Jones verlor gut 1 Prozent, der Nasdaq-100 etwas weniger. Der S&P 500 blieb nahezu unverändert.
Schwach zeigte sich auch der Rohstoffmarkt. Gold rutschte am Freitag unter 3.900 Dollar, Silber fiel unter 50 Dollar. Marktbeobachter führen das auf die Erwartung höherer Leitzinsen zurück: Die Fed ließ den Satz zwar unverändert, hält die Tür für eine Anhebung im Dezember aber offen. Starke US-Konjunkturdaten stützen diese Erwartung. Der US-Dollar profitiert davon, während DAX und Nasdaq unter Druck geraten.
Einzelwerte mit deutlichen Ausschlägen
Am Aktienmarkt gab es klare Gewinner und Verlierer. Bayer legte um etwa 3,6 Prozent zu, nachdem das Unternehmen positive Phase-III-Daten bei Prostatakrebs vorgelegt hatte. Henkel überzeugte mit einem organischen Umsatzwachstum von rund 6,5 Prozent im dritten Quartal.
Auf der Verliererseite stand Symrise. Der vorsichtige Ausblick und das langsamere Wachstum schickten die Aktie um etwa 10 Prozent nach unten. Beiersdorf gab trotz bestätigter Prognose um rund 3,3 Prozent nach. Vonovia verlor nach der Präzisierung des Ausblicks etwa 4,3 Prozent.
Konjunktur und Notenbanken
Der ifo-Geschäftsklimaindex setzte seinen Aufwärtstrend fort und stieg auf 90,2 Punkte. Die EZB ließ ihren Einlagensatz bei 2,5 Prozent, warnte aber vor erhöhter Unsicherheit und gestiegenen Energiepreisen. Für Aufsehen sorgte die Ankündigung, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde zum 7. Februar 2027 zurücktritt.
Politisch bleibt das Umfeld angespannt. In Frankreich belastet die Haushaltslage, begleitet von Unruhen. Im Nahen Osten richtet sich der Blick wieder auf mögliche neue Spannungen, was die Ölpreise stützt.
Die Charttechnik bleibt trotz des Rücksetzers offen. Ein Elliott-Wellen-Ansatz sieht den Index weiter in einer übergeordneten Aufwärtsbewegung, mit Zielmarken oberhalb von 28.000 Punkten. Den Auftakt der neuen Woche bestimmen die US-Midterms, deren Ausgang die Stimmung an den Börsen zu Wochenbeginn prägen dürfte.
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