Neue Zolldrohungen aus Washington, ein eskalierender Iran-Konflikt und steigende Ölpreise — der DAX hat am Mittwoch gleich drei Belastungsfaktoren gleichzeitig abzuarbeiten. Das Ergebnis: Der Leitindex fiel unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten und notierte zur Mittagszeit bei rund 24.850 bis 24.880 Punkten, etwa ein Prozent unter dem Vortagsschluss.
Öl hoch, Stimmung tief
Auslöser für den neuerlichen Rücksetzer ist vor allem die Eskalation im Nahen Osten. US-Militärkräfte haben offenbar iranische Raketenangriffe auf Bahrain und Kuwait abgewehrt. Brent-Öl sprang daraufhin auf knapp 98 Dollar je Barrel — ein Anstieg von über zwei Prozent binnen weniger Stunden. Teurer werdende Energie befeuert Inflationssorgen, die sich Investoren zuletzt mühsam ausgeredet hatten.
Hinzu kommen neue Zollforderungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber Ländern der Eurozone und Großbritannien. Marktbeobachter werten die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit und Handelsrisiken als klares Signal, dass die jüngste Rally auf wackeligem Fundament steht.
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Verlierer und ein Sonderfall
Besonders unter Druck steht die Deutsche Bank mit einem Minus von rund vier Prozent. Finanzchef Raja Akram deutete auf einer Investorenveranstaltung an, dass die Risikovorsorge für faule Kredite im zweiten Quartal die Markterwartungen übertreffen dürfte — keine gute Nachricht in einem ohnehin angespannten Umfeld. Auch Fresenius und Mercedes-Benz gehören zu den schwächsten DAX-Werten.
Gegen den Trend legen RWE, E.ON und Zalando zu. Zalando steht am Abend im Rampenlicht, wenn ISS Stoxx die DAX-Zusammensetzung überprüft — das Unternehmen gilt als Abstiegskandidat aus dem Leitindex.
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Chartbild unter Druck
Aus technischer Sicht hat der Rutsch unter 25.000 Punkte das Bild eingetrübt. Direkt darunter liegen relevante Unterstützungen bei rund 24.790 und 24.520 Punkten. Für eine nachhaltige Erholung müsste der Index die Zone um 25.370 Punkte zurückerobern — dort hat der Markt zuletzt mehrfach Gewinne wieder abgegeben.
Das makroökonomische Bild liefert wenig Rückenwind: Deutschlands Composite PMI für Mai wurde zwar leicht auf 48,8 angehoben, signalisiert aber zum zweiten Monat in Folge eine Schrumpfung der Privatwirtschaft. Die ISS-Stoxx-Entscheidung zur Index-Zusammensetzung am heutigen Abend könnte zumindest kurzfristig für zusätzliche Bewegung sorgen.
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