DAX: Zoll-Tsunami im Anmarsch

Nach dem Supreme-Court-Urteil kündigt Trump verschärfte weltweite Importzölle an. Bundeskanzler Merz muss zwischen den Handelskonflikten mit China und den USA vermitteln.

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Kurz & knapp:
  • Trump erhöht weltweite Importzölle auf 15 Prozent
  • Supreme-Court-Entscheidung löst Rückforderungswelle aus
  • Merz besucht China vor schwierigen Gesprächen in Washington
  • Deutsche Industrie sieht sich mehrfachem Gegenwind ausgesetzt

Der DAX hat in der vergangenen Woche die 25.000-Punkte-Marke durchbrochen und notierte zum Freitag komfortabel oberhalb dieser psychologischen Hürde. Doch die Erleichterung könnte nur von kurzer Dauer sein. Nach der Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs gegen Trumps auf dem Notstandsgesetz basierende Zölle kündigte der US-Präsident am Samstag bereits Gegenmaßnahmen an – und das mit verschärften Bedingungen.

Trumps neue Zollpolitik sieht nun einen weltweiten Importzoll von 15 Prozent vor, nachdem er zunächst 10 Prozent angekündigt hatte. Damit schöpft er die Höchstgrenze des Handelsgesetzes von 1974 voll aus, auf das er sich nun beruft. Die aggressive Zollpolitik bleibt ein Kernelement seiner zweiten Amtszeit – auch wenn der Supreme Court ihm am Freitag zunächst einen Dämpfer verpasste. Für die neue Handelswoche bedeutet das: Das von Trump verursachte Zoll-Chaos könnte die Nerven der Anleger erneut strapazieren.

Merz zwischen Peking und Washington

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) befindet sich in einer heiklen Situation. Ab Dienstag besucht er erstmals in seiner Amtszeit China – einen Partner und Rivalen zugleich. Die Volksrepublik ist neben den USA Deutschlands wichtigster Handelspartner. Doch die Zahlen sind alarmierend: 2025 übertraf der Wert der Importe aus China die dorthin exportierten Waren um rund 90 Milliarden Euro. Das Handelsbilanzdefizit stieg gegenüber dem Vorjahr um gut ein Drittel. Die Ausfuhren nach China brachen um fast zehn Prozent ein – China rutschte auf Platz sechs der wichtigsten deutschen Exportpartner ab.

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In wenigen Tagen will Merz nach Washington reisen, um mit Trump über dessen Zollpolitik zu sprechen. Dabei wird er eine abgestimmte europäische Haltung vertreten. Unklar bleibt jedoch, welche Handelsabkommen nach dem Supreme-Court-Urteil noch Bestand haben. Ob das im Sommer 2025 geschlossene Zollabkommen zwischen EU und USA davon betroffen ist, ist offen. Am Montag ist eine Sondersitzung des Verhandlungsteams und Rechtsdienstes des EU-Parlaments angesetzt.

Rückforderungswelle droht

Die Entscheidung des Supreme Courts könnte eine Lawine an Rückforderungen bereits gezahlter Zölle auslösen. Nach Berechnungen der University of Pennsylvania geht es für den US-Staatshaushalt um etwa 175 Milliarden Dollar. Wirtschaftsexperten befürchten Chaos durch Zehntausende Forderungen von Importeuren. Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im EU-Parlament, sieht ebenfalls Chancen auf Rückzahlungen: „Zu viel gezahlte Zölle müssen zurückgezahlt werden.“

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Für deutsche Unternehmen verschärft sich die Lage auf mehreren Fronten. In China klagen Firmen seit Jahren über Probleme beim Marktzugang, undurchsichtige Regelungen und Nachteile gegenüber der staatlich bevorzugten chinesischen Konkurrenz. Seit April 2025 beschränkt Peking zudem den Export seltener Erden, die für Smartphones, Windrad-Turbinen und Elektromotoren essenziell sind. China dominiert mit über 90 Prozent die weltweite Verarbeitung dieser Rohstoffe.

Die De-Risking-Strategie der vorigen Bundesregierung funktioniere nicht wie vorgesehen, konstatiert IW-Experte Jürgen Matthes. Deutsche Firmen gingen „fahrlässig“ mit kritischen Importabhängigkeiten um. Für den DAX bedeutet das verstärkten Gegenwind: Chinesische Anbieter haben sich laut DIHK zu „ernstzunehmenden Konkurrenten“ in Kernbranchen der deutschen Industrie entwickelt – deren Lage ohnehin schwierig ist.

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