Nach dem tiefsten Stand seit Juli deutet sich zum Wochenschluss eine Erholung an. Vorbörslich liegt der deutsche Leitindex rund 0,8 Prozent im Plus und steuert wieder auf die runde Marke von 25.000 Punkten zu. Für die Woche zeichnet sich dennoch ein Minus von knapp einem Prozent ab.

Anleiherenditen geben nach

Am Donnerstag hatte der DAX bei 24.806,97 Punkten geschlossen, ein Minus von 1,2 Prozent. Treiber waren erneut steigende Ölpreise und hohe Marktzinsen. Banken, Immobilienwerte und Autoaktien gerieten unter Druck, weil teurere Kredite und Finanzierungen belasten.

Im späten US-Handel drehte sich das Bild am Rentenmarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank um fünf Basispunkte auf 5,23 Prozent, auch weil eine Auktion langlaufender Papiere gut verlief. Im asiatischen Handel gaben die Renditen am Freitag moderat weiter nach. Auf hohem Niveau bleiben sie trotzdem.

Auch die Ölpreise bröckeln wieder. Zuvor hatten Angriffe auf die Schifffahrt im Persischen Golf sowie Berichte über mögliche US-Schläge gegen den Iran die Notierungen getrieben. US-Präsident Trump dementierte solche Pläne vor den Zwischenwahlen am 3. November.

KI-Sorgen aus New York

Bremsend wirkt die Schwäche der Technologiewerte. Ein Bericht der „Financial Times“ besagt, der annualisierte Umsatz von OpenAI habe im September bei rund 50 Milliarden Dollar gelegen und damit etwa 20 Milliarden unter früheren Angaben an Investoren. Hintergrund seien unterschiedliche Berechnungsmethoden im Vergleich zum Konkurrenten Anthropic.

Der Halbleiterindex knickte um 3,4 Prozent ein, Nvidia verlor 2,9 Prozent, AMD 3,9 Prozent. Der Nasdaq 100 schloss 1,39 Prozent tiefer. Die Standardwerte an der Wall Street hielten sich dagegen: Der Dow Jones legte leicht zu.

Einzelwerte und Termine

Im DAX-Umfeld stand Fresenius Medical Care nach dem plötzlichen CEO-Wechsel weiter unter Druck. Die Mutter Fresenius verlor 3,9 Prozent. Vonovia gab 3,3 Prozent ab.

Am Nachmittag richtet sich der Blick auf die erste Umfrage zur Verbraucherstimmung der Universität Michigan für Oktober. Erwartet wird ein Wert von 48,0 nach 48,1. Der Rekord von 26.618,74 Punkten vom 28. August liegt derzeit rund 1.600 Zähler entfernt.