Uber Technologies hat sein Übernahmeangebot für Delivery Hero am Freitag formell veröffentlicht. Die Aktionäre des Berliner Lieferdienstes können ihre Anteile bis zum 5. November zu einem Preis von 41,50 Euro pro Aktie andienen. Damit liegt eine feste Frist für den seit Wochen erwarteten Schritt vor.
Der Delivery-Hero-Kurs schloss am Freitag bei 36,99 Euro, ein Rückgang von 0,8 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 0,5 Prozent, während die Aktie binnen eines Jahres um 65 Prozent zugelegt hat. Die Lücke zwischen aktuellem Kurs und dem Angebotspreis von 41,50 Euro signalisiert, dass der Markt noch nicht vollständig von einem erfolgreichen Zustandekommen des Deals ausgeht.
Regulatorische Fragen bei Uber im Blick
Während Delivery Hero auf die formelle Offerte wartete, sorgte Uber selbst für zusätzliche Schlagzeilen. Die niederländische Datenschutzbehörde verhängte eine Geldbuße von 825 Millionen Euro gegen den US-Konzern wegen automatischer Fahrersperrungen.
Zugleich erhielt eine Uber-Tochter, Avriari Services, gemeinsam mit Tesla und Waymo eine Robotaxi-Lizenz von einem Regulator – ein Zeichen dafür, dass Uber operativ auf mehreren Feldern gleichzeitig expandiert, während der Delivery-Hero-Deal läuft.
Für Uber selbst bewerten Marktbeobachter die Aktie trotz der Rechtsrisiken als moderat attraktiv. Der Kurs an der Wall Street stand am Freitagabend bei 78,71 US-Dollar, ein Plus von 2,3 Prozent. Analysten führen als Vergleichsgröße ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16,8 an, deutlich unter dem Branchenschnitt von 33,8 – ein Hinweis darauf, dass Uber trotz milliardenschwerer Übernahmepläne und der Geldbuße finanziell Spielraum behält.
Was das für Delivery-Hero-Aktionäre bedeutet
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der Delivery Hero operativ zuletzt die eigene Wachstumsprognose angehoben hatte. Für Anleger stellt sich nun vor allem die Frage der Andienungsquote: Bleibt der Kurs unter dem Angebotspreis, könnte das auf Skepsis hinsichtlich der Erfolgsaussichten des Deals hindeuten, etwa wegen möglicher kartellrechtlicher Prüfungen oder eines nicht ausreichenden Andienungsanteils.
Der 50-Tage-Durchschnitt der Aktie liegt bei 37,12 Euro, nur knapp über dem aktuellen Schlusskurs – die Aktie bewegt sich damit in unmittelbarer Nähe ihres kurzfristigen Trends, ohne dass der Markt bereits eine klare Richtung für die Zeit nach der Andienungsfrist einpreist. Zum 52-Wochen-Hoch von 40,49 Euro, erreicht am 16. Juli, fehlen der Aktie noch 8,6 Prozent.
Parallel zu den Übernahmeplänen bleibt das Wettbewerbsumfeld in der Lieferbranche in Bewegung: Der Foodtech-Anbieter Wonder übernahm zuletzt die US-Kette Salt Hank’s, während sich Serve Robotics von Uber Eats trennte und stattdessen mit Grubhub kooperiert.
Diese Bewegungen zeigen, dass der Sektor unabhängig vom Delivery-Hero-Deal in Bewegung bleibt – für Anleger der Berliner Aktie zählt in den kommenden Wochen jedoch vor allem der Fortschritt der Andienungsfrist bis zum 5. November.
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