Mitten im Übernahmeprozess durch den Konkurrenten Uber muss Delivery Hero einen Rückschlag verkraften. Die taiwanesische Wettbewerbsbehörde TFTC erteilt keine Freigabe für den Verkauf des Foodpanda-Geschäfts auf der Insel an Grab. Der Essenslieferdienst bestätigte die Entscheidung heute per Ad-hoc-Mitteilung.

Was hinter dem Deal steckte

Im März hatte sich Delivery Hero mit Grab auf den Verkauf geeinigt. Der Kaufpreis lag bei 600 Millionen US-Dollar, vereinbart auf Cash-and-Debt-free-Basis. Die Behörde stützt ihr Veto auf wettbewerbsrechtliche Bedenken.

Für das Geschäft in Taiwan ist das ein tiefer Einschnitt. Der Verkauf sollte Foodpanda dort aus dem Markt nehmen und Grab eine stärkere Position verschaffen. Genau diese Bündelung dürfte die Wettbewerbshüter gestört haben.

Schutzklauseln und Rechtsmittel

Ganz ungesichert ging Delivery Hero nicht in die Transaktion. Beide Seiten hatten nach Unternehmensangaben „angemessene“ Schutzmaßnahmen vereinbart, darunter eine Break-Fee-Regelung. Bei solchen Klauseln wird in der Regel eine Entschädigung fällig, wenn ein Deal aus zuvor definierten Gründen scheitert. Zur Höhe einer möglichen Zahlung liegen keine Angaben vor.

Das letzte Wort ist womöglich noch nicht gesprochen. Das Recht auf Einspruch bleibt nach Angaben des Konzerns von der Entscheidung unberührt, und auch Käufer Grab könnte Rechtsmittel einlegen. Ob einer der Beteiligten diesen Weg geht, blieb offen.

Am US-Handelsplatz OTC schlossen Delivery-Hero-Papiere zuletzt bei 4,11 Dollar, ein Minus von 2,0 Prozent. Die Marktreaktion auf die Taiwan-Entscheidung selbst lässt sich daraus nicht ablesen, da dieser Schlusskurs vor der Meldung zustande kam.

Entscheidend ist nun, ob Delivery Hero oder Grab binnen der Rechtsmittelfrist Einspruch gegen den TFTC-Beschluss einlegen. Davon hängt ab, ob der Verkauf neu aufgerollt wird oder Foodpanda Taiwan im Konzern bleibt und die Break-Fee-Frage greift.