Die Aktie von Delivery Hero hat am Freitag ihre jüngste Schwächephase fortgesetzt und fiel zeitweise unter die Marke von 19 Euro. Der Essenslieferdienst steht damit auf dem tiefsten Niveau seit zwei Monaten. Hauptgrund für den Kursrutsch von bis zu 9,6 Prozent: Die Nahost-Tochter Talabat enttäuschte mit ihrem Ausblick auf 2026.
Talabat warnt vor Margendruck
Talabat, die im Dezember 2024 in Dubai an die Börse gebracht wurde, gab für 2026 eine Prognose ab, die deutlich unter den Erwartungen liegt. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) soll bei 510 bis 540 Millionen Dollar liegen – 13 Prozent unter dem Analystenkonsens. Das würde einen Rückgang von 15 Prozent im Vergleich zu 2025 bedeuten.
Die EBITDA-Marge soll von 6,5 Prozent im Vorjahr auf nur noch 4,4 bis 4,8 Prozent fallen. Talabat plant, rund 150 Millionen Dollar in Investitionen zu stecken: 50 Millionen Dollar fließen ins Lebensmittelgeschäft, 100 Millionen Dollar in den Ausbau von Dark Stores und das Abo-Programm.
Analysten zeigen sich alarmiert. Marcus Diebel von JPMorgan sprach gar von einer „Gewinnwarnung“ und warnte, dass unklar sei, wie viel davon bereits im Ausblick von Delivery Hero eingepreist sei. Es bestehe das Risiko, dass das operative Ergebnis des Mutterkonzerns 2026 niedriger ausfallen könnte als im Vorjahr.
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Wettbewerb intensiviert sich
Der Druck auf Talabat kommt vor allem aus dem verschärften Wettbewerb in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Kuwait. Hinzu kommen mögliche Regulierungen, die verhindern sollen, dass Lieferplattformen unter ihren Kosten arbeiten.
Andrew Ross von Barclays führt die schwache Prognose neben dem Wettbewerb auch auf beschleunigte Investitionen unter einem neuen Chef zurück. Evgenii Annenkov von Jefferies bewertete die Umsatzzahlen im vierten Quartal zwar als solide, sah aber beim operativen Ergebnis deutliche Schwächen.
Die Talabat-Aktie verlor an der Börse Dubai am Freitag zehn Prozent. Seit dem Börsengang zum Preis von 1,60 Dirham (0,41 Euro) hat sich der Kurs fast halbiert – ein Misserfolg, der nun auch auf die Muttergesellschaft durchschlägt.
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Optimierung bleibt vage
Mit der schwachen Performance von Talabat sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Tochter bei einem möglichen Verkauf von Unternehmensteilen eine Rolle spielt. Im Dezember hatte Delivery Hero Maßnahmen zur Steigerung des Börsenwertes angekündigt, die den Kurs im Januar kurzzeitig über 27 Euro getrieben hatten. Davon ist mittlerweile ein Viertel wieder verloren gegangen.
JPMorgan-Analyst Diebel berichtete nach Investorengesprächen von wachsender Skepsis gegenüber dem Optimierungsprozess. Anleger seien frustriert über den „Mangel an greifbaren Fortschritten“ und zweifelten daran, ob das Management in der Lage sei, den wahren inneren Wert der Aktie herauszukristallisieren.
Delivery Hero blieb am Freitag mit minus sieben Prozent abgeschlagen Schlusslicht im MDAX. Parallel zu den operativen Problemen zeigt eine Pflichtmitteilung, dass Vorstand Johannes Bruder am 12. Februar 18.743 Aktien aus genehmigtem Kapital erworben hat – durch Abwicklung von Restricted Stock Units im Rahmen eines Vergütungsprogramms. Das Transaktionsvolumen belief sich auf 348.432 Euro bei einem Preis von 18,59 Euro je Aktie.
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