Strafanzeigen wegen Menschenhandels gegen Deliveroo und Uber Eats erschüttern die Branche in Frankreich. Die Vorwürfe rücken die prekären Arbeitsbedingungen tausender Fahrer ins Visier der Justiz. Für Delivery Hero entstehen daraus neue regulatorische Risiken in einem wichtigen europäischen Markt.

Prekäre Bedingungen unter juristischer Lupe

Eine Studie von Médecins du Monde liefert die Grundlage für die Klage. Demnach besitzen 64 Prozent der Lieferfahrer in Frankreich keinen gültigen Aufenthaltstitel. Sie arbeiten im Schnitt 63 Stunden pro Woche für ein Bruttogehalt von 1.480 Euro.

Deliveroo und Uber Eats weisen die Vorwürfe zurück. Dennoch könnte das Verfahren einen Präzedenzfall für den gesamten Sektor schaffen. Regulierungsbehörden dürften die soziale Absicherung der Kuriere nun deutlich strenger prüfen.

Solide Zahlen trotz regulatorischem Gegenwind

Operativ lieferte der Konzern zuletzt gute Argumente. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 23 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich parallel dazu auf 903 Millionen Euro.

Für das Geschäftsjahr 2026 plant der Vorstand ein Umsatzwachstum von bis zu 16 Prozent. Der Aktienkurs spiegelt diesen Optimismus bisher nur teilweise wider. Seit Jahresbeginn verlor das Papier rund 15 Prozent an Wert.

Uber sichert sich Anteile mit Aufschlag

Ein wichtiges Signal kommt von einem direkten Wettbewerber. Uber kaufte dem Investor Prosus ein Paket von 13,6 Millionen Aktien ab. Der Preis von 20 Euro lag rund 22 Prozent über dem Monatsdurchschnitt.

Die Transaktion unterstreicht das strategische Interesse an der Plattform. Für das laufende Geschäftsjahr peilt das Management einen freien Cashflow von über 200 Millionen Euro an.