Es ist Freitag, der 30. Januar 2026. Im deutschen Lebensmittelsektor herrscht Katerstimmung auf der einen und Euphorie auf der anderen Seite. Zwei Namen dominieren die Schlagzeilen, doch ihre Geschichten könnten unterschiedlicher kaum sein. Hier Delivery Hero, der globale Plattform-Gigant, der endlich Geld verdient. Dort HelloFresh, der einstige Kochboxen-Star, der verzweifelt nach einem neuen Erfolgsrezept sucht. Während Delivery Hero mit einer Bewertung von fast 8 Milliarden Euro als Schwergewicht im Ring steht, kämpft HelloFresh in der Gewichtsklasse unter einer Milliarde Dollar um Relevanz. Wer hat im Depot jetzt die besseren Karten?
Strategie-Check: Plattform-Macht gegen Nischen-Fokus
Die Rollenverteilung in diesem Duell ist klar definiert. Delivery Hero agiert als der unersättliche Generalist. In rund 70 Ländern vernetzt der Konzern Millionen Kunden mit Restaurants und Shops. Das Modell ist simpel: Masse macht Kasse. Die Plattform profitiert von enormen Netzwerkeffekten – je mehr Nutzer, desto mehr Restaurants, desto attraktiver das Angebot.
HelloFresh hingegen wählt den Weg des Spezialisten. Das Unternehmen kontrolliert die gesamte Kette vom Einkauf bis zur Haustür. Doch das einstige Erfolgsmodell „Kochbox“ bröckelt. Die Antwort? Eine aggressive Flucht nach vorn in den Bereich Fertiggerichte („Ready-to-Eat“). Während Delivery Hero sein Netz immer weiter auswirft, versucht HelloFresh, das sinkende Schiff durch einen radikalen Umbau wieder flottzumachen.
Wer wächst schneller?
Hier zeigt sich die ganze Dramatik der aktuellen Lage. Delivery Hero spielt seine Skalenvorteile gnadenlos aus.
* Delivery Hero: Der Bruttowarenwert kletterte zuletzt um 7 %, doch der Umsatz sprang sogar um 22 % an. Das ist ein klares Signal: Der Konzern versteht es endlich, seine riesige Nutzerbasis zu monetarisieren – sei es durch Werbung oder effizientere Liefergebühren.
* HelloFresh: Hier leuchten die Warnlampen. Ein Umsatzrückgang von 9,3 % im dritten Quartal 2025 spricht eine deutliche Sprache. Die Kunden laufen weg. Zwar steigt der durchschnittliche Bestellwert (AOV) an, weil man sich auf zahlungskräftigere Klienten fokussiert, doch das Volumen schwindet.
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Zwischenfazit: Delivery Hero drückt aufs Gaspedal, während HelloFresh versucht, bei voller Fahrt die Reifen zu wechseln. Punkt für den Plattform-Riesen.
Profitabilität: Wer verbrennt weniger Geld?
Lange Zeit galt Delivery Hero als Geldverbrennungsmaschine. Doch das Blatt hat sich gewendet.
* Der Wandel bei Delivery Hero: Der Konzern hat den entscheidenden Sprung geschafft. Nach einem positiven Free Cash Flow im Jahr 2024 kletterte die Bruttogewinnmarge zuletzt auf 8,0 %. Das Management beweist, dass das globale Modell nicht nur groß, sondern auch profitabel sein kann.
* Der Druck bei HelloFresh: Der Strategiewechsel kostet Geld – viel Geld. Die bereinigte EBITDA-Marge schrumpfte auf 2,5 %. Die Investitionen in die Fertiggerichte-Sparte („Factor“) und neue Produktionsstätten belasten die Bilanz kurzfristig massiv.
Die Frage für Anleger lautet: Ist der Margeneinbruch bei HelloFresh nur eine Delle vor dem nächsten Aufschwung oder der Beginn einer strukturellen Krise?
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Das Bewertungs-Dilemma
An der Börse wird Zukunft gehandelt, und hier scheiden sich die Geister.
* Delivery Hero wird als „Quality Growth“-Titel gehandelt. Anleger zahlen einen Aufschlag für die Marktführerschaft und die nun sichtbare Profitabilität. Das Risiko? Regulatorische Eingriffe in Schlüsselmärkten könnten die Margen jederzeit bedrohen.
* HelloFresh ist die klassische „Value Trap“ oder „Turnaround-Chance“ – je nach Lesart. Die Aktie ist optisch billig. Gelingt die Wette auf Fertiggerichte, ist eine Verdopplung denkbar. Scheitert sie, droht die Bedeutungslosigkeit.
Abschluss-Scorecard
| Metrik | Delivery Hero | HelloFresh | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Bewertung (25 Pkt.) | 15 | 20 | HelloFresh ist günstiger bewertet, preist aber das hohe Risiko ein. |
| Wachstum (25 Pkt.) | 22 | 10 | Delivery Hero wächst profitabel; HelloFresh kämpft mit Umsatzschwund. |
| Qualität (25 Pkt.) | 18 | 16 | Delivery Hero beweist Skalierbarkeit; HelloFresh hat eine belastete Bilanz durch den Umbau. |
| Momentum (25 Pkt.) | 20 | 12 | Operatives Momentum liegt klar bei Delivery Hero. |
| GESAMT | 75/100 | 58/100 | Klarer Sieg für den Marktführer |
Fazit: Sicherheit gegen Zocker-Mentalität
Das Duell dieser Food-Titanen ist entschieden – zumindest für den Moment. Delivery Hero geht als klarer Sieger vom Platz. Das Unternehmen hat den schwierigen Übergang vom Wachstum um jeden Preis hin zur Profitabilität gemeistert. Die Aktie bietet eine solide Mischung aus globaler Dominanz und steigenden Margen.
HelloFresh bleibt etwas für Mutige. Wer darauf setzt, dass Fertiggerichte den Kochboxen-Schwund kompensieren können, findet hier eine günstige Einstiegschance. Doch Vorsicht: Man greift hier in ein fallendes Messer. Für konservative Anleger ist der Plattform-Riese Delivery Hero derzeit die deutlich bekömmlichere Wahl.
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