Die Demokraten haben bei den US-Zwischenwahlen die Mehrheit in beiden Kongresskammern errungen und Präsident Donald Trump eine schwere Niederlage beigebracht. Für die Finanzmärkte bedeutet dieser Machtwechsel das absehbare Ende von Trumps bisheriger Gesetzgebungsagenda. Anleger stellen sich auf politischen Stillstand in Washington ein, während der Technologiesektor vor schärferer Regulierung bangt.
Ein solcher Wechsel beider Kammern an die Opposition kam in den vergangenen 70 Jahren nur zweimal vor. Für die Mehrheit im Senat benötigten die Demokraten einen Zuwachs von vier Sitzen. Siege in Bundesstaaten wie Ohio, Kansas, North Carolina, South Carolina und Texas machten diesen Umschwung perfekt. Trump kündigte an, das Ergebnis zu akzeptieren und mit den Demokraten zusammenzuarbeiten.
Drohende Blockaden und schärfere Aufsicht
Für das Weiße Haus wird das Regieren ab Januar deutlich mühsamer. Dann tritt das neu gewählte Parlament erstmals zusammen. Die Demokraten können künftig Gesetzesvorhaben der Republikaner blockieren, Regierungsposten verweigern und parlamentarische Untersuchungen einleiten. Beobachter erwarten, dass Trump verstärkt versuchen wird, über Präsidialdekrete am Parlament vorbeizuregieren.
Besonders Technologieunternehmen rücken nun ins Visier. An den Märkten geht die Sorge um, dass die neue Mehrheit im Kongress die US-Technologiebranche und vor allem Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz strenger regulieren wird.
Anleihen und Gold legen zu, Aktienmärkte unter Druck
Die Aussicht auf eine politische Hängepartie drückt auf die Stimmung an den globalen Aktienmärkten. In Asien verlor Japans Nikkei-Index nach einem Feiertag mehr als drei Prozent, während Südkoreas Kospi um über zwei Prozent nachgab. Auch für die europäischen Börsen zeichneten sich am Mittwochmorgen Kursverluste ab.
Gleichzeitig flohen Händler in als sicher geltende Anlageklassen. Der US-Dollar gab gegenüber allen führenden Währungen nach. Die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihe fiel um sieben Basispunkte auf 4,89 Prozent.
Vom schwächeren Dollar profitierte das Edelmetall: Der Goldpreis kletterte um 0,6 Prozent auf 3.955 Dollar je Feinunze. Brent-Öl notierte derweil leicht im Plus bei 104,12 Dollar je Barrel.
Die Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Parlament verlagern sich mit Beginn der neuen Sitzungsperiode im Januar vor allem auf die Haushaltsberatungen. Da für viele zentrale Beschlüsse im Senat mindestens 60 Stimmen notwendig sind, bleiben beide Parteien trotz der neuen Mehrheitsverhältnisse zu Kompromissen gezwungen.
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