Heute entscheidet sich in New York, wie viel Rückenwind die Deutsche Bank für ihre eigenen Zahlen bekommt. Ab 12:45 Uhr legt JPMorgan die Bilanz zum dritten Quartal vor. Citigroup, Goldman Sachs und Wells Fargo folgen am selben Tag.

Handelserlöse als Frühindikator

Die Frankfurter berichten am 28. Oktober. Die US-Häuser liefern vorab ein Stimmungsbild, weil die Deutsche Bank viel im Handel mit Anleihen, Devisen und Zinsprodukten verdient und um dieselben Kunden wirbt. Starke Handelserlöse in New York sprechen daher für ein ordentliches Quartal in Frankfurt.

Bei JPMorgan erwarten Analysten einen Gewinn je Aktie von 5,93 Dollar, rund 17 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Management hatte für Investmentbanking und Handel ein Plus von 15 bis 19 Prozent in Aussicht gestellt. Die Bank of America warnte dagegen vor mindestens zehn Prozent weniger Gebühren im Investmentbanking.

Gute Zahlen allein dürften allerdings nicht reichen. Seit den Sommerhochs haben die großen US-Banken rund 270 Milliarden Dollar Börsenwert verloren, weil steigende Anleiherenditen Finanzierung und Kredite belasten. Entscheidend wird, was JPMorgan-Chef Jamie Dimon im Analystencall ab 14:30 Uhr zu Krediten und Zinsen sagt.

1MDB-Vergleich im Hintergrund

Daneben läuft ein altes Rechtsthema weiter. Im Streit mit dem malaysischen Staatsfonds 1MDB ist das oberste Gericht des Landes über einen Vergleichsvorschlag informiert worden, wie der Anwalt des Fonds am Montag mitteilte. Es geht um eine Forderung über 1,1 Milliarden Dollar.

Die Deutsche Bank hält an ihrer Position fest. Ein Sprecher verwies auf Fakten, die den Fall von anderen Beklagten unterscheiden, und auf aktuelle Entwicklungen in vergleichbaren Verfahren. Mögliche Gespräche müssten das berücksichtigen. Zu Rückstellungen äußerte sich die Bank nicht.

Die nächste Anhörung im Fall ist für den 26. Oktober angesetzt, zwei Tage vor den Quartalszahlen. Ein Vergleich würde einen weiteren großen Teil der Rechtsfolgen aus dem Finanzskandal regeln. Die Aktie notierte zuletzt bei rund 299 Euro, nahe dem Rekordhoch, das Anleger in Foren bereits diskutieren.