Die Deutsche Bank ist am Dienstag mit Abstand der schwächste Wert im DAX. Die Aktie verliert 3,7 Prozent und reißt damit die jüngste Korrektur vom Mehrjahreshoch weiter auf. Ausgelöst wurde der Rückgang nicht in Frankfurt, sondern in New York.

US-Investmentbanken ziehen den Sektor runter

Der europäische Bankenindex gibt insgesamt 1,3 Prozent ab, belastet von schwachen Vorgaben aus den USA. Goldman Sachs, JPMorgan, Bank of America und Morgan Stanley hatten den Handel am Vorabend mit Abschlägen zwischen 1,7 und 5,1 Prozent beendet. Auslöser waren Aussagen von Bank-of-America-Chef Brian Moynihan auf einer Konferenz der britischen Barclays-Bank.

Moynihan hatte erklärt, die Handelserträge dürften im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres „relativ unverändert“ bleiben — ein Signal, das der Markt als Bremse für den Aufschwung aus der ersten Jahreshälfte deutet.

Bei den Investmentbanking-Gebühren rechnet er mit 1,6 bis 1,8 Milliarden Dollar, während Analysten offenbar näher an der Marke von 2 Milliarden Dollar lagen. Rückläufig zeigt sich laut Moynihan vor allem das Anleihegeschäft, während der Aktienhandel robust bleibt.

Die Commerzbank kommt mit einem Minus von 0,6 Prozent deutlich glimpfsweiser durch den Handelstag — gestützt von der laufenden Übernahme durch UniCredit. Noch härter als die Deutsche Bank trifft es die UBS: Die Schweizer Titel fallen in Zürich um mehr als vier Prozent. Dort belastet zusätzlich eine anstehende Abstimmung im Ständerat über einen abgeschwächten Regulierungsvorschlag zur Bankenaufsicht.

Der Kursrutsch der Deutschen Bank folgt auf eine Phase, in der die Aktie erst vergangene Woche ihren höchsten Stand seit 2011 erreicht hatte. Ob sich die Skepsis aus den USA über den Handelstag hinaus in Europa festsetzt, dürfte sich an den kommenden Quartalszahlen der US-Institute zeigen — sie liefern die nächste konkrete Messlatte für die Handelserträge, auf die sich Moynihans Warnung bezog.