Deutsche Bank Aktie: Kritischer Moment?

Trotz eines historisch hohen Nettogewinns von 7,1 Milliarden Euro verliert die Deutsche-Bank-Aktie massiv an Wert. Grund sind Sorgen um das wachsende Private-Credit-Portfolio und rechtliche Altlasten.

Deutsche Bank Aktie
Kurz & knapp:
  • Nettogewinn verdoppelt sich auf 7,1 Milliarden Euro
  • Aktienkurs verliert seit Jahresbeginn fast 24 Prozent
  • Risiken im milliardenschweren Private-Credit-Geschäft
  • Aktionärswechsel und laufende Aktienrückkäufe

Die Deutsche Bank blickt auf das erfolgreichste Geschäftsjahr ihrer Geschichte zurück, doch an der Börse herrscht Katerstimmung. Während der Nettogewinn sich 2025 nahezu verdoppelte, rücken nun milliardenschwere Risiken im Kreditgeschäft und rechtliche Altlasten in den Fokus der Anleger. Dieser Kontrast erklärt, warum die Papiere trotz glänzender Bilanzen deutlich Federn lassen müssen.

Der frisch vorgelegte Geschäftsbericht dokumentiert einen Meilenstein: Mit einem Vorsteuerergebnis von rund 9,7 Milliarden Euro und einem Nettogewinn von 7,1 Milliarden Euro übertraf das Institut die Vorjahreswerte signifikant. Auch das langfristige Renditeziel von 10,3 Prozent wurde erreicht. Am Aktienmarkt spiegelt sich dieser operative Erfolg allerdings kaum wider. Seit Jahresbeginn hat der Titel fast 24 Prozent an Wert verloren und notierte zuletzt bei lediglich 25,39 Euro. Verantwortlich für diese Diskrepanz sind tieferliegende strukturelle Sorgen der Investoren.

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Private Credit als Bremsklotz

Ein zentraler Belastungsfaktor ist das stark beachtete Private-Credit-Portfolio, das auf knapp 26 Milliarden Euro angewachsen ist. Die Bank selbst verweist in ihrem Bericht explizit auf Ausfälle bei US-Subprime-Kreditgebern und warnt vor indirekten Ansteckungsgefahren durch vernetzte Portfolios. Interessanterweise hält das Management trotz dieser selbst formulierten Risiken an einer Expansionsstrategie in genau diesem Segment fest und plant den Ausbau der Vertriebskanäle. Da Analysten von Morningstar DBRS für das laufende Jahr ohnehin eine sinkende Kreditqualität in der Branche erwarten, befeuert dieser Spagat die Skepsis am Markt zusätzlich.

Klagen und Anteilsverkäufe

Abseits des operativen Geschäfts trüben rechtliche Auseinandersetzungen das Bild. Vier ehemalige Mitarbeiter fordern im Zusammenhang mit Derivatetransaktionen rund um die italienische Monte dei Paschi di Siena Schadensersatz in Höhe von über 800 Millionen US-Dollar.

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Parallel dazu signalisiert die Aktionärsstruktur Bewegung. Die US-Investmentgesellschaft Capital Group hat ihren Stimmrechtsanteil von zuvor 4,94 Prozent auf nun 2,93 Prozent reduziert. Solche Umschichtungen sind oft taktischer Natur oder Teil von Fonds-Rebalancing, erzeugen aber in einem ohnehin nervösen Umfeld leicht zusätzlichen Abgabedruck.

Um das Vertrauen der Märkte zu stützen, setzt das Institut auf umfangreiche Kapitalrückführungen. Das Ende Februar gestartete Aktienrückkaufprogramm läuft planmäßig und ist Teil eines auf 2,9 Milliarden Euro angelegten Ausschüttungspakets für 2026. Gleichzeitig stellt sich die Bank in der Führungsetage neu auf: Im Juni läuft der Vertrag des bisherigen Finanzchefs James von Moltke aus, woraufhin der von Morgan Stanley kommende Raja Akram die Aufgaben vollständig übernehmen wird. Mit der Vorlage der Ergebnisse für das erste Quartal am 29. April wird das Management konkrete Zahlen liefern müssen, um die Balance zwischen angestrebter Expansion und strikter Risikodisziplin im Kreditgeschäft zu untermauern.

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