CEO Christian Sewing sprach auf der Morgan Stanley European Financials Conference Klartext: Die Erträge im ersten Quartal 2026 dürften stagnieren, belastet durch ungünstige Währungsentwicklungen im Handelsgeschäft. Der Markt reagierte mit einem Kursanstieg — ein scheinbarer Widerspruch, der die aktuelle Stimmungslage rund um die Deutsche Bank gut beschreibt.
Anleger scheinen die Q1-Schwäche als vorübergehend einzustufen. Entscheidender für die Kursfantasie sind offenbar die mittelfristigen Ziele: Die Eigenkapitalrendite soll bis 2028 von aktuell 10,3 auf über 13 Prozent steigen, die Ausschüttungsquote ab 2026 auf 60 Prozent klettern — begleitet von einer Dividende von 1,00 Euro je Aktie und einem Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro.
Solide Basis, aber Gegenwind bleibt spürbar
Die Zahlen aus 2025 stützen die Zuversicht des Managements. Die Erträge wuchsen um sieben Prozent auf 32,1 Milliarden Euro, die zinsunabhängigen Aufwendungen sanken gleichzeitig um zehn Prozent. Die harte Kernkapitalquote kletterte auf 14,2 Prozent — über der eigenen Zielvorgabe und damit mit Puffer für weitere Kapitalrückführungen.
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Für das Gesamtjahr 2026 peilt die Bank Nettoerträge von rund 33 Milliarden Euro an. Eine leicht sinkende Risikovorsorge soll dabei steigende Investitionskosten kompensieren, gestützt durch eine erwartete Entspannung bei Gewerbeimmobilien.
Genau dort liegt jedoch ein zentrales Risiko. Rückstellungen für Gewerbeimmobilienkredite stiegen auf 488 Millionen Euro, getrieben von US-Engagements in New York und San Francisco, wo höhere Zinsen die Refinanzierung belasten. Hinzu kommen Unsicherheiten rund um US-Zölle und die Abhängigkeit von der deutschen Exportindustrie — Faktoren, die die Q1-Zahlen Ende April prägen dürften.
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Analysten konstruktiv, Short-Seller skeptisch
Auf institutioneller Seite sind die Signale gemischt. Barclays Capital, RBC Capital Markets und JP Morgan halten an positiven Einstufungen fest — Barclays mit einem Kursziel von 39 Euro. Gleichzeitig hat Hedgefonds Marshall Wace LLP seine Short-Position auf 0,50 Prozent der Aktie ausgebaut, was auf anhaltende Skepsis zumindest eines Teils des Marktes hindeutet.
Mit einem aktuellen Kurs von 24,98 Euro liegt die Aktie rund 26 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 33,81 Euro vom 5. Januar. Das Spannungsfeld zwischen kurzfristiger Ertragsschwäche und den ambitionierten Mittelfristzielen bleibt damit das bestimmende Thema — bis die Q1-Zahlen Ende April zeigen, wie tief die Delle tatsächlich ausfällt.
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