Die LBBW hat die Deutsche Bank am Donnerstag auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 36,00 auf 39,00 Euro angehoben. Die Bank untermauert damit eine Serie positiver Nachrichten, die sich im August verdichtet haben – von der China-Ernennung bis zum abgeschlossenen Aktienrückkauf.

RMB-Clearing für Frankfurt

Die People’s Bank of China hat die Deutsche Bank Anfang August zur RMB-Clearing-Bank für Europa mit Sitz in Frankfurt ernannt. Damit ist das Institut die erste ausländische Bank in Europa, die diese Designation erhält.

Für das Geschäft mit chinesischen Kunden und den Renminbi-Handel in Europa ist das eine strategisch bedeutsame Auszeichnung, die das Frankfurter Haus als zentralen Ansprechpartner im europäisch-chinesischen Kapitalverkehr positioniert.

Wenige Tage später folgte die nächste Kooperationsmeldung: Die Deutsche Bank wurde als Designpartner für Google Cloud Gemini Enterprise for Financial Services ausgewählt. Die Partnerschaft zielt auf KI-gestützte Workflows in der Finanzforschung, im Kapitalmarkt- und im Unternehmenskundengeschäft ab.

Rückkaufprogramm abgeschlossen, neues gestartet

Am 24. August meldete die Bank den Abschluss ihres Aktienrückkaufprogramms über 1,0 Milliarden Euro. Zwischen dem 26. Februar und dem 21. August wurden 35,7 Millionen Aktien zu einem volumengewichteten Durchschnittskurs von 28,00 Euro erworben – deutlich unter dem aktuellen Kursniveau. Bereits am 25. August startete ein neues Rückkaufprogramm über 500 Millionen Euro.

Der Kontrast zwischen dem historischen Einkaufskurs und der heutigen Bewertung zeigt, wie stark sich das Papier seit Jahresbeginn entwickelt hat. Der Aktienkurs notiert derzeit bei 34,80 Euro und damit nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 35,02 Euro, das erst Ende August erreicht wurde. Die Rückkaufprogramme dürften vor diesem Hintergrund künftig teurer werden, was die Kapitalallokation der Bank perspektivisch beeinflussen könnte.

Solides Zahlenwerk als Fundament

Fundamental stützt sich die positive Kursentwicklung auf die im Juli vorgelegten Halbjahreszahlen. Im zweiten Quartal erzielte die Deutsche Bank einen Nachsteuergewinn von 1,9 Milliarden Euro, ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und der höchste Wert für ein zweites Quartal in der Firmengeschichte. Das verwässerte Ergebnis je Aktie stieg um 19 Prozent auf 0,57 Euro. Für das erste Halbjahr summierte sich der Nachsteuergewinn auf 4,1 Milliarden Euro, ebenfalls ein Zuwachs von 9 Prozent.

Auf der Personalseite hat Fabrizio Campelli im Juli offiziell die Funktion des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden übernommen, nachdem die Ernennung bereits im März angekündigt worden war.

Ausblick auf die kommenden Wochen

Investoren richten den Blick nun auf zwei anstehende Konferenzen: die dbAccess Back to School Utilities Conference am 31. August und die dbAccess European TMT Conference am 1. September. Beide Termine bieten der Bank Gelegenheit, ihre strategische Positionierung gegenüber institutionellen Anlegern weiter zu untermauern.

Die Kombination aus starken Quartalszahlen, der China-Ernennung, der KI-Partnerschaft mit Google Cloud und dem laufenden Kapitalrückführungsprogramm liefert der jüngsten Kurszielanhebung der LBBW eine breite fundamentale Basis. Anleger dürften die kommenden Investorenkonferenzen genau beobachten, um zu sehen, ob das Management diese Dynamik bestätigt.