Der Iran-Krieg hinterlässt deutliche Spuren im deutschen Bankensektor — und die Deutsche Bank gehört zu den klaren Verlierern. Seit dem Jahreshoch Anfang Januar hat die Aktie rund 24 Prozent verloren und notiert damit deutlich unterhalb ihrer gleitenden Durchschnitte.

Makroökonomischer Druck aus zwei Richtungen

Der Auslöser ist bekannt: steigende Energiepreise infolge des Iran-Konflikts, ein DAX, der mehr als zehn Prozent von seinem Jahreshoch korrigiert hat, und ein wiedererwachtes Inflationsgespenst in Deutschland. Banken und Industriewerte leiden in diesem Umfeld besonders — während Energieaktien profitieren. Die Deutsche Bank ist damit kein Einzelfall, sondern Teil einer breiten Sektorschwäche.

Trotzdem hält das Institut an seinen Jahreszielen fest. Für 2026 peilt das Management Erträge von rund 33 Milliarden Euro an, bei einer Aufwand-Ertrag-Relation unter 65 Prozent. Die Risikovorsorge soll leicht sinken, gestützt durch eine erwartete Entspannung bei Gewerbeimmobilien.

Dividende steigt, Ausschüttungsquote auch

Auf der Kapitalseite setzt die Bank ein klares Signal. Der Vorstand will der Hauptversammlung im Mai eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vorschlagen — ein Anstieg von rund 50 Prozent gegenüber den 0,68 Euro für das Geschäftsjahr 2024. Ab 2026 soll die Ausschüttungsquote zudem von 50 auf 60 Prozent steigen. Liegt die harte Kernkapitalquote nachhaltig über 14 Prozent, könnte überschüssiges Kapital für zusätzliche Ausschüttungen genutzt werden.

29. April: Erster Belastungstest

Der nächste entscheidende Termin ist der 29. April, wenn die Q1-Zahlen veröffentlicht werden. Dann zeigt sich, ob Dealmaking und Handelsaktivität das Geschäft im ersten Quartal gestützt haben — und ob die Jahresziele trotz geopolitischem Gegenwind noch realistisch sind. Für die Aktie, die aktuell rund 14 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts notiert, wären starke Quartalsdaten ein wichtiges Argument gegen den laufenden Abwärtstrend.