Die erste Februarwoche 2026 hat die Machtverhältnisse im europäischen Bankensektor neu definiert. Nahezu zeitgleich öffneten die Schwergewichte UBS und Deutsche Bank ihre Bücher für das Gesamtjahr 2025. Das Ergebnis ist ein faszinierendes Kontrastprogramm: Während der deutsche Platzhirsch mit einem historischen Gewinnsprung glänzt, aber von juristischen Schatten eingeholt wird, kämpft der Schweizer Vermögensverwaltungs-Titan mit Sand im Getriebe seiner Wachstumsmaschine. Für Anleger stellt sich die entscheidende Frage: Setzt man auf das günstige Comeback-Monster oder den strauchelnden Premium-Player?
Zahlen-Showdown: Wer liefert wirklich ab?
Die nackten Zahlen der letzten 48 Stunden sprechen eine deutliche Sprache, doch die Marktreaktion fiel bei beiden verhalten aus.
Die Deutsche Bank legte Ergebnisse vor, die noch vor wenigen Jahren als Utopie galten. Ein Vorsteuergewinn von 9,7 Milliarden Euro für 2025 bedeutet ein sattes Plus von 84 Prozent. Besonders das Investmentbanking (FIC) lief im vierten Quartal heiß und spülte allein 2 Milliarden Euro in die Kassen. CEO Christian Sewing hat geliefert: Die Eigenkapitalrendite (RoTE) erreichte 10,3 Prozent und knackte damit das selbstgesteckte Ziel.
Im direkten Vergleich wirkt die UBS fast blass, obwohl sie die Gewinnerwartungen schlug. Mit 1,2 Milliarden US-Dollar Nettogewinn im Schlussquartal zeigte sie Stärke bei der Kosteneffizienz. Doch der wahre Schock verbarg sich im Neugeld: Statt der vom Markt erhofften 28 Milliarden Dollar flossen der Bank nur magere 8,5 Milliarden Dollar zu. Während Frankfurt also operativ überperformt, schwächelt Zürich ausgerechnet in der Paradedisziplin – dem Wachstum der verwalteten Vermögen.
Bewertung: Value-Schnäppchen gegen Premium-Aufschlag
Blickt man unter die Motorhaube, zeigen sich zwei völlig unterschiedliche Bewertungsniveaus.
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Bei der Deutschen Bank greift der operative Hebel massiv. Trotz Inflation blieben die Ausgaben stabil, was jeden Euro Mehrumsatz direkt in den Gewinn durchschlagen lässt. Mit einem KGV von unter 7 für das Jahr 2026 ist die Aktie fundamental extrem günstig bewertet. Der Markt preist hier immer noch viel Skepsis ein, obwohl die „Global Hausbank“-Strategie offensichtlich Früchte trägt.
Die UBS hingegen genießt traditionell eine Premium-Bewertung, die nun Risse bekommt. Investoren zahlen den höheren Preis (KGV über 10) für stetiges, langweiliges Wachstum im Wealth Management. Stockt dieser Motor – speziell durch Abflüsse im wichtigen US-Markt – gerät die Bewertung in Gefahr. Die sichtbaren Synergien aus der Credit-Suisse-Integration stützen zwar den Gewinn, doch ohne organisches Wachstum wirkt die Aktie teuer.
Der direkte Kennzahlen-Vergleich (Stand: Februar 2026)
| Kennzahl | Deutsche Bank (DBK) | UBS Group (UBS) |
|---|---|---|
| Kurs (ca.) | ~30,68 EUR | ~33,75 CHF |
| Performance 7 Tage | -5,5 % | -2,5 % |
| KGV (2026e) | 6,5x | 10,5x |
| Dividendenrendite | ~4,8 % | ~3,1 % |
| Gewinnwachstum | +84 % (Vorsteuer, FY) | +56 % (Netto, Q4) |
| Größtes Risiko | Rechtsstreitigkeiten / Razzien | Kapitalanforderungen Schweiz |
| Strategischer Fokus | Corporate & Investment Banking | Global Wealth Management |
Risiken: BKA-Razzia oder Regulator-Hammer?
Warum fallen die Kurse trotz Gewinnen? Hier zeigt sich die unterschiedliche Natur der Risiken.
Bei der Deutschen Bank dominiert die emotionale Belastung. Die Razzia Ende Januar wegen alter Geldwäscheverdachtsfälle drückte die Stimmung massiv. Es ist ein klassisches „Sell on Good News“-Szenario, verstärkt durch die Angst vor der Vergangenheit. Charttechnisch kämpft die Aktie nun um die Marke von 30 Euro. Hält diese Unterstützung, ist das Risiko vor allem psychologischer Natur, da die operativen Zahlen stimmen.
Die UBS plagen strukturelle Sorgen. Neben der Wachstumsschwäche in den USA schwebt das Damoklesschwert strengerer Kapitalanforderungen über der Bank. Die Diskussionen in Bern um eine höhere Eigenkapitalunterlegung für Auslandsgesellschaften deckeln die Fantasie für Ausschüttungen. Während die Deutsche Bank also mit „alten Geistern“ kämpft, muss die UBS ihre zukünftige Profitabilität gegen staatliche Eingriffe verteidigen.
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Zukunftsaussichten: Wer hat die besseren Karten?
Szenario Deutsche Bank:
Die Wette lautet hier auf „Re-Rating“. Gelingt es, die Profitabilität bis 2028 wie geplant weiter zu steigern, ist die aktuelle Bewertung nicht zu rechtfertigen. Die Bank profitiert von Volatilität an den Märkten und einer stabilen Zinslandschaft. Wenn sich der Rauch um die juristischen Themen verzieht, bietet die Aktie ein enormes Aufholpotenzial Richtung 40 Euro.
Szenario UBS:
Die Schweizer müssen beweisen, dass sie ihre Größe (über 7 Billionen Dollar verwaltetes Vermögen) effizienter nutzen können. Der Fokus liegt auf dem Turnaround in den USA. Gelingt es, die Geldabflüsse zu stoppen und die Integration der Credit Suisse final abzuschließen, bleibt die UBS der sicherere Hafen. Das explosive Kurspotenzial fehlt jedoch, solange die Wachstumsstory Risse zeigt.
Fazit: Mut zur Lücke oder Sicherheit zuerst?
Der Vergleich im Februar 2026 offenbart zwei Banken in völlig unterschiedlichen Aggregatzuständen.
Die Deutsche Bank hat operativ derzeit klar die Nase vorn. Sie ist die Wahl für risikofreudige Anleger, die auf „Deep Value“ setzen. Die Gewinndynamik ist exzellent, die Bewertung spottbillig. Wer die Nervenstärke besitzt, kurzfristige Störfeuer wie Behörden-Ermittlungen auszusitzen, findet hier das deutlich attraktivere Chance-Risiko-Verhältnis.
Die UBS hat kurzfristig ihren Glanz verloren. Sie bleibt das Basis-Investment für konservative Depots, muss aber erst das Vertrauen in ihre Wachstumsfähigkeit zurückgewinnen. Der regulatorische Gegenwind aus Bern und die Schwäche in Amerika machen die Aktie derzeit zu einer Halteposition, bis klare Signale der Besserung sichtbar sind.
Das Urteil: Im direkten Duell gewinnt aktuell die Deutsche Bank. Die Kombination aus Rekordgewinnen und niedriger Bewertung sticht die Wachstumssorgen der teureren UBS aus – vorausgesetzt, die wichtige 30-Euro-Marke hält stand.
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