Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Mittwoch leicht zugelegt. Verantwortlich für die Erholung sind nachlassende Zinssorgen in den USA sowie eine Beruhigung am Ölmarkt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg am Vormittag um 0,13 Prozent auf 121,21 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank im Gegenzug auf 3,44 Prozent.
Sinkende Zinserwartungen stützen die Kurse
Hinter der Aufwärtsbewegung steht vor allem eine veränderte Erwartung an die US-Geldpolitik. Aussagen aus der Federal Reserve nahmen dem Markt zuletzt die Furcht vor dauerhaft steigenden Zinsen. So signalisierte der Präsident der Notenbank von New York, John Williams, zwar die Angemessenheit eines weiteren Zinsschritts in diesem Jahr, sieht für 2027 jedoch keinen zusätzlichen Erhöhungsbedarf mehr. Parallel dazu stabilisierte sich der Ölmarkt nach seinen vorherigen Zuwächsen. Das dämpft den unmittelbaren Preisdruck vorerst ab.
Die Nervosität der Vortage wirkt an den europäischen Rentenmärkten allerdings nach. Zuvor war der Preis für europäisches Erdgas auf über 87 Euro je Megawattstunde geklettert – der höchste Stand seit Ende 2022. Belastend hinzu kamen Sorgen um die französische Haushaltsdisziplin: Die Rendite zehnjähriger französischer Staatspapiere stellte sich zuletzt auf 4,83 Prozent.
Der Renditeabstand zwischen französischen und deutschen Anleihen lag zeitweise bei 1,4 Prozentpunkten. Die Beruhigung bei den Energierohstoffen verschaffte den europäischen Staatsanleihen nun wieder etwas Luft.
Teuerungsdaten aus den USA erwartet
Im weiteren Handelsverlauf richtet sich die Aufmerksamkeit auf neue Preisdaten aus Washington. Ökonomen rechnen wegen der zuvor gestiegenen Energiekosten damit, dass die US-Inflationsrate im September auf 3,6 Prozent geklettert ist, nach zuvor 3,4 Prozent. Bei der Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel wird ein geringerer Anstieg erwartet. Fällt der Teuerungsschub stärker aus als prognostiziert, könnte das die Erholung am Anleihemarkt rasch wieder beenden.


