Deutsche Bundesanleihen legen vor US-Inflationsdaten leicht zu

Nachlassende Zinssorgen und stabilere Energiepreise senken die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 3,44 Prozent.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Bund-Future gewinnt 0,13 Prozent
  • Zehnjährige Bundesrendite fällt auf 3,44 Prozent
  • Ölmarkt beruhigt sich nach vorherigen Anstiegen
  • US-Inflation im September bei 3,6 Prozent erwartet

Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Mittwoch leicht zugelegt. Verantwortlich für die Erholung sind nachlassende Zinssorgen in den USA sowie eine Beruhigung am Ölmarkt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg am Vormittag um 0,13 Prozent auf 121,21 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank im Gegenzug auf 3,44 Prozent.

Sinkende Zinserwartungen stützen die Kurse

Hinter der Aufwärtsbewegung steht vor allem eine veränderte Erwartung an die US-Geldpolitik. Aussagen aus der Federal Reserve nahmen dem Markt zuletzt die Furcht vor dauerhaft steigenden Zinsen. So signalisierte der Präsident der Notenbank von New York, John Williams, zwar die Angemessenheit eines weiteren Zinsschritts in diesem Jahr, sieht für 2027 jedoch keinen zusätzlichen Erhöhungsbedarf mehr. Parallel dazu stabilisierte sich der Ölmarkt nach seinen vorherigen Zuwächsen. Das dämpft den unmittelbaren Preisdruck vorerst ab.

Die Nervosität der Vortage wirkt an den europäischen Rentenmärkten allerdings nach. Zuvor war der Preis für europäisches Erdgas auf über 87 Euro je Megawattstunde geklettert – der höchste Stand seit Ende 2022. Belastend hinzu kamen Sorgen um die französische Haushaltsdisziplin: Die Rendite zehnjähriger französischer Staatspapiere stellte sich zuletzt auf 4,83 Prozent.

Der Renditeabstand zwischen französischen und deutschen Anleihen lag zeitweise bei 1,4 Prozentpunkten. Die Beruhigung bei den Energierohstoffen verschaffte den europäischen Staatsanleihen nun wieder etwas Luft.

Teuerungsdaten aus den USA erwartet

Im weiteren Handelsverlauf richtet sich die Aufmerksamkeit auf neue Preisdaten aus Washington. Ökonomen rechnen wegen der zuvor gestiegenen Energiekosten damit, dass die US-Inflationsrate im September auf 3,6 Prozent geklettert ist, nach zuvor 3,4 Prozent. Bei der Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel wird ein geringerer Anstieg erwartet. Fällt der Teuerungsschub stärker aus als prognostiziert, könnte das die Erholung am Anleihemarkt rasch wieder beenden.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.