Die Deutsche Pfandbriefbank hat ein ungewöhnliches Problem — im positiven Sinne. Das Einlagengeschäft mit Privatkunden zieht wieder an, und das Institut positioniert sich bewusst als Anlaufstelle für Tagesgeld- und Festgeldsparer. Die Aktie reagierte am Donnerstag mit einem Plus von rund 3,6 Prozent auf 3,39 Euro.

Einlagen als Stabilitätsanker

Die Strategie dahinter ist klar: Wer mehr Kundeneinlagen hält, ist weniger abhängig von institutionellen Kapitalmärkten. Gerade für einen Immobilienfinanzierer mit einem belasteten Gewerbeimmobilien-Portfolio ist das ein relevanter Schritt. Stabile Refinanzierung über Privateinlagen dämpft die Anfälligkeit für Marktschwankungen.

Die Bank reagiert damit auf ein Zinsumfeld, das Sparern wieder attraktive Konditionen bietet. Das erhöhte Kundeninteresse ist kein Zufall — es ist das Ergebnis einer gezielten Neuausrichtung im Passivgeschäft.

Kurs erholt sich, bleibt aber weit unter alten Niveaus

Das Tief von 2,75 Euro im März liegt inzwischen 23 Prozent zurück. Auf Sicht von 30 Tagen hat die Aktie rund 22 Prozent zugelegt. Das klingt beeindruckend — relativiert sich aber schnell. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 5,84 Euro fehlen noch gut 42 Prozent. Der RSI liegt bei 29, was technisch auf überverkauftes Terrain hindeutet. Die Erholung steht also noch auf wackligem Fundament.

Hauptversammlung im Mai als nächster Fixpunkt

Am 21. Mai 2026 findet die virtuelle Hauptversammlung statt. Aktionäre warten dabei vor allem auf zwei Dinge: die aktualisierte Prognose für das Gesamtjahr und konkrete Aussagen zur Risikovorsorge im Gewerbeimmobilien-Portfolio. Die Netto-Zinsmarge bleibt ein weiterer Gradmesser dafür, ob die Stabilisierung trägt.

Bis dahin dürfte das Einlagenthema die Kursdiskussion begleiten — als Zeichen, dass die Bank ihren Refinanzierungsmix aktiv umbaut. Ob das reicht, um den YTD-Verlust von fast 19 Prozent aufzuholen, entscheidet sich spätestens mit den Zahlen zum ersten Quartal.